Sonntag, 03 Mai 2015

Zurück im Rennen

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags #D98FCK 1_FC Kaiserslautern 2_Bundesliga Heimspiel Saison 2014 _ 2015 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1092

#D98FCK

Zurück im Rennen

_Welch außergewöhnliche Mannschaft hat Dirk Schuster geformt! Nach der Niederlage in Leipzig hatte sich Dirks Eleven vorgenommen ausgerechnet gegen die „spielstärkste Mannschaft der Liga“  diesen Fehltritt des Schicksals wieder zu korrigieren. Und wie sie dem Fußballgott zeigten, dass er sich am Spieltag zuvor mächtig geirrt hatte, war beeindruckend. Über weite Strecken bewiesen die Lilien, dass sie zurecht zu den Aufstiegsaspiranten zählen, ja, dass sie sogar zum engen Kreis der Favoriten auf die Versetzung in Liga 1 zu zählen sind.

Dabei sahen die Fans im ausverkauften Altehrwürdigen zwei unterschiedliche Halbzeiten, die dem Team unterschiedliche Qualitäten abforderten. Im ersten Durchgang musste man zunächst einem Rückstand nachlaufen und offensive Fähigkeiten nachweisen und im zweiten, die Fähigkeit kompakt zu verteidigen um im rechten Augenblick mit schnellem Umschaltspiel eigene Chancen zu erarbeiten. Beides wurde meisterlich gelöst.

Dass der FCK dabei vom Ergebnis her das Spiel eng gestalten konnte lag auch in der Verantwortlichkeit der Lilien.. Denn zwei ungewohnte Fehlgriffe von Christian Mathenia bedeuteten zwei Treffer. Im Grund lieferte Mathenia kein schlechtes Spiel ab, aber so ist das halt auf diesem Niveau, Fehler werden umgehend bestraft. Der erste war ein Missverständnis zwischen dem Liliengoalie Ronny König, der für DSE in der Startelf stand. Eine Ecke des Lautrers Demirbay unterlief König, irritierte so scheinbar Mathenia derart, dass dieser den Ball direkt ins kurze Eck passieren lies. Eine direkt verwandelte Ecke sieht man nicht alle Tage. Die blau-weißen Schlachtenbummler hätten auf diese Erfahrung gerne verzichten können.

Was nun folgte, ist seit zwei Jahren charakteristisch für das Feeling SV Darmstadt 98, für das Feeling Bölle, kollektives Schütteln und Fluchen leiteten die Trotzreaktion ein. Die Lilien nahmen das Heft des Handelns in die Hand. Es entwickelte sich ein Kick, der auch eine Liga höher seine Berechtigung gehabt hätte. Rassige Zweikämpfe, schnelle Ballstaffetten kennzeichneten den stärker werdenden Druck der Gastgeber.

1:1 Romain BregerieErstes zählbares Ergebnis: In der 19.Minute verwandelte Romain Bregerie einen Foulelfmeter zum um jubelten 1:1. Schiri Starks Entscheidung, oder besser die seines Assistenten, der auf Strafstoß insistierte, beschäftigte Teufel-Dompteur Runjaic bis weit nach dem Schlusspfiff. Er sah kein Foulspiel, als FCK Torwart Müller ungestüm aus seinem Kasten stürmte und Marcel Heller zu Fall brachte. Klar, den Ball spielte Müller auch irgendwie. Aber wenn ein Torwart bei diesem Tempo reingrätscht und dabei auch die Gesundheit seines Gegenübers nur im Ansatz gefährdet ist das nunmal ein Strafstoß. Warum Stark allerdings den gelben Karton folgen lies, erschließt sich nicht. Strafstoß, ohne Karte wäre ausreichend und angemessen gewesen.

Runjaic sah in dieser Szene die Entscheidung zu seinen und des FCK Ungunsten. Er sprach später davon, dass er nicht damit gerechnet hatte, gegen 13 Mann bestehen zu müssen. Nun denn, dass Kosta zuweilen kein guter Verlierer ist, wissen wir aus eigener Erfahrung. Denn er unterschlägt dabei, dass nach dem Equalizer die Lilien noch zwei blitzsaubere Tore nachlegten.

Zunächst trug sich Ronny König in der 22.Minute in die Liste der Torschützen ein. Er nutzte eine Schlafmützigkeit in Lauterns Abwehr nach einem langen Ball, in dem er kompromisslos und unhaltbar abzog.  Nicht wenige feierten DSEs Substitut als „Stroh-König“. Nicht nur wegen des Treffers muss man ihm attestieren, seine Nominierung als gerechtfertigt zu haben.

Den dritten Treffer des SV98 erzielte einer, der eigentlich nicht hätte auf dem Pitch stehen sollen. So zumindest die Parolen vor Anpfiff. Gemäß eines am Morgen online veröffentlichten Artikels des Darmstädter Tagblatts soll sich Hanno Behrens mit den Pflälzern handelseinig sein und nach der Saison zu ihnen wechseln. Für ihn stehe Yannick Stark in der Startelf - hieß es. Tja, Yannick fand sich erneut noch nicht einmal im Kader wieder und Hanno ackerte, rackerte und überzeugte auf dem Platz. Sein Tor in der 40.Minute, als er eine zu kurze Abwehr volley, flach ins Netz wuchtete war nicht nur sehenswert, sondern auch vorentscheidend.

Das team feiertDer zweite Durchgang geriet dann zu einem komplett anderen Spiel. Zwar hatte Bregerie kurz nach dem Wiederanpfiff die größte Chance, aber auch Pech, als er an den Pfosten köpfte. Aber für lange Zeit war dies die letzte echte Situation, die so etwas wie Torgefahr herauf beschwor. Die Pfälzer hatten sich scheinbar vorgenommen, ihr so hoch gelobtes Kurzpassspiel nun der geneigten Audienz vorzuführen. Das Mittelfeld wurde zunehmend zu rot-weißem Hoheitsgebiet und die Hausherren waren gezwungen, ungewohnt tief zu verteidigen. Torgefahr allerdings beschworen die Gäste nicht herauf, zumindest nicht in dem Maße, dass die Abwehr der Lilien oder Christian Mathenia vor unlösbare Aufgaben gestellt wurden. Im Grunde führte die humorlose Lilien-Defense „Kostas Pfalz-Tikki-Takka“ ad absurdum. Was nutzen nett anzusehende Spielzüge, wenn 20 Meter vorm Tor die Ideen ausgehen?

Dass es in der 88.Minute dann doch noch spannend wurde, ist Mathenias zweitem Fehlgriff des Tages geschuldet. Einen relativ harmlos getretenen Freistoß, der an niemanden adressiert vors Tor geschlagen wurde, ließ der gute Christian durch die Finger ins Netz rutschen. Müssen wir nicht lange drüber reden, so etwas kommt vor. Wir alle wissen um Mathenias Klasse.

Der Rest ist schnell erzählt. Grenzenloser Jubel herrschte und herrscht im Großherzogturm. Nach dem Ergebnisirrtum von Leipzig sind die Heiner wieder im Uffstiechskampf ein heeißer Kandidat. Wahrscheinlich heißer als jemals zuvor. Denn wer einen direkten Konkurrenten derart überzeugend in die Realität zurückholt, dem ist alles zuzutrauen!

Der Traum lebt mehr denn je – auf nach Karlsruhe!

 

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