Donnerstag, 29 Oktober 2015

Zurück im Alltag (Zwei Berichte in einem)

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Auswärtsspiel Bundesliga DFB Pokal Hannover 96 Heimspiel Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98 VfB Stuttgart, Aufrufe: 1394

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Zurück im Alltag (Zwei Berichte in einem)

Nach Hannover ist vor Stuttgart, nach der Kür im Pokal folgt die Pflicht in der Liga. Aber zunächst noch ein paar Worte zum ersten Einzug ins Achtelfinale des DFB Pokals seit 14 Jahren. Denn das war mehr als nur ein Sieg im Pokalwettbewerb, es war auch noch eine Standortbestimmung.

Denn Hannover war auch im ersten Bundesligaheimspiel der Gegner. Klar, dass man beim erneuten Aufeinandertreffen versucht ist, zu vergleichen. Zu schauen, ob und wie sich beide Teams seit dem ersten Spieltag entwickelt haben. So zumindest das Vorhaben. Um es kurz zu machen: Ja, die Lilien haben sich deutlich weiterentwickelt, deutlicher jedenfalls als der Gegner aus Niedersachsen. Auch wenn das Spiel einen anderen Charakter hatte, beide Kontrahenten waren im Pokalmodus, war klar ersichtlich, dass die Heiner mittlerweile ballsicherer spielen und durchaus in der Lage sind Kombinationen auf Höhe der Liga zu inszenieren. Das Repertoire der blau-weißen besteht mittlerweile nicht mehr nur aus Kampf und gefährlichen Standards.

Trotzdem gaben die Standards einmal mehr den Ausschlag. Sowohl das 1:0 durch Aytac Sulu (74.), als auch das 2:1 (79.) durch Sandro Wagner resultierten aus vorangegangenen Standards. Zwischendrin fiel der 1:1 Ausgleich durch den eingewechselten Sobiech. Kurios war sowohl die Entstehung des Ausgleichs, als auch die Tatsache, dass er quasi die laufende, freudige Ansage des Führungstreffers unterbrach. 15 Sekunden lagen zwischen der Führung und der Egalisierung. Viele verpassten so die Entstehung und sahen nur, dass Christian Mathenia in der Vollendung des Treffers nicht glücklich aussah, denn er wurde überlupft. Dabei hatte er genau das richtige getan, als er seinen Kasten verließ, wollte er sich doch Luca Caldirola als Anspielstation anbieten. Dass Caldirola im Laufduell wegrutscht und so Sobiech erst eine Chance eröffnet, ist unglücklich. Aber sicher kein Torwartfehler.

Unter dem Strich haben die Lilien die Pokal-Kür völlig verdient gewonnen. Dass der ungeliebte Nachbar aus der F-Stadt sich in Aue blamierte rundete den Abend für die Schlachtenbummler des SV98 zusätzlich ab. „Ohne Frankfurt fahrn wir nach Berlin“ hallte es übermütig in den Abendhimmel hinein. Die Momentaufnahme in Liga und Pokal sieht die Lilien augenblicklich als bestes Team Hessens. Wenn das kein Grund ist den Moment zu genießen…

Übrigens: Das Achtefinale wird am Sonntag im Rahmen der Sendung SKY90 ausgelost. Aus Reihen des kickenden Personals gibt es dabei zwei Wünsche: Nicht gegen die Bayern und bitte ein Heimspiel. Schauen wir mal, ob Glücksfee Vanessa Mai das einrichten kann.

 

Spiel der Trainer

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Keine Frage, wenn der VfB Stuttgart und die Lilien sich am Sonntag um Punkte streiten, treten sie jeweils mit vertauschten Rollen an. Die Schwaben hatten sich mit Neucoach Alexander Zorniger eine ruhige Saison im Mittelfeld vorgenommen und nicht wenige hätten den Relegationsplatz, den der VfB momentan inne hat, den Lilien als best case zugetraut. Die Realität aber sieht anders aus. Die Heiner rangieren satte sechs Punkte vor Zornigers Team und definieren derzeit das Mittelfeld der Liga. Verkehrte Welt, möchte man meinen, aber beide Platzierungen haben ihren Grund.

Während die Lilien sich hamstermäßig Punkte erarbeiteten, verloren die Schwaben gleich mal die ersten fünf Saisonspiele. Fast schon pervers war dabei, dass der VfB dabei selten schlecht spielte. Eher ganz im Gegenteil, lobten alle die Art, wie Zornigers Team zu Werke ging. Einzig die Chancenverwertung stand einem erfolgreichen Ausgang der meisten Partien entgegen. Einen Jahresrückblick der Pleiten, Pech und Pannen vor des Gegners Tor könnte man einen Abend mit Szenen von VfB Spielen bestreiten. Mit Hurra dem Abstieg entgegen, war schon die Prognose vieler. Aber Zorniger, an dem man wundersamerweise unbeirrt festhält, verordnete seinem Team einen weniger spektakulären Spielstil und konnte so mit einem Sieg in Hannover (1:3) und zu Hause gegen Ingolstadt (1:0), den Absturz erst mal abfangen. Zuletzt setzte es in der Liga eine spektakuläre 4:3 Niederlage in Leverkusen. Im Pokal gewann der VfB mühselig mit 0:2 beim Dritten der Regionalliga Nord-Ost, Jena. Kein Zweifel, Stuttgart tut sich schwer in der laufenden Saison.

Dabei war der in Leipzig geschasste Zorniger angetreten, den Schwaben wieder eine goldene Zukunft zu eröffnen. Der 48 jährige galt als so etwas wie ein Wunschkandidat. Zum einen versprach er als unweit der Schwabenmetropole geborener lokalen Stallgeruch, zum anderen kennt er den Verein, aus seiner Zeit als Co-Trainer von Markus Babbel. Scheinbar wogen seine Erfolge als Chefcoach von Sonnenhof-Großaspach und RB Leipzig schwerer als seine markigen Worte, die er in der Öffentlichkeit von sich gibt. Zorniger gilt in den Medien mittlerweile als eigenwilliger Charakterkopf. Unvergessen seine Pressekonferenz, vor wenigen Wochen, in der er fast wie ein motziger, pubertierender Teenager darauf bestand, dass auch er Spiele gewinnen will. Gleichzeitig bestand er darauf, seinem Stil treu bleiben zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt stand der VfB mit dem Rücken an der Wand und viele fragten sich, ob nicht auch der Vorturner seine Vorgaben überprüfen sollte.

Eines aber ist Zorniger auf jeden Fall: Ein Schuster Kenner. In den letzten beiden Saisons zeigte sich der Wegbegleiter der Lilie, RB Leipzig, stets taktisch gut vorbereitet auf Schusters Stilistik. Von insgesamt vie Begegnungen konnte Schuster nur eine gegen Zorniger gewinnen. Die sicherlich ausgewiesene Qualität des von Taurin Geld gedopten Kaders spielte dabei sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle. Aber genau dieser wurde Zorniger auch zum Verhängnis, als er mit Leipzig am als Ziel ausgerufenen Aufstieg in die 1.Liga scheiterte.

Diesen schaffte hingegen bekanntlich Dirk Schuster mit den Lilien. Für ihn ist der Kick am Sonntag auch so etwas wie eine fast Heimkehr zu einer alten Wirkungsstätte. Trainierte er doch den Stadtnachbarn Stuttgarter Kickers bevor er zu den Heinern kam. Im Nachhinein kann man den Degerlochern nur dankbar sein, dass sie nach einer Niederlagenserie die Nerven verloren haben und Schuster beurlaubten. Wer Schuster kennt, der kann sich vorstellen, wie sehr Niederlagenserie und Demissionierung im zusetzten. Sicherlich schwor er sich schon damals, es allen zeigen zu wollen. Davon profitiert nun der SV Darmstadt 98 in einer wechselseitigen Beziehung. Schuster beweist, dass er als Trainer erfolgreich sein kann, in dem er dem alten Schlachtschiff vom Woog neues Leben einhaucht.   

Die kleinen und großen Geschichten um und mit den Trainern machen den Kick vom Sonntag zu einem Rasenschach der Vordenker. Kann Zorniger seine Bilanz gegen Schuster ausbauen, oder kann Dirk aufholen?

Die personelle Situation spielt dabei auf beiden Seiten eine gewichtige Rolle. Wie konnten beide den Pokalauftritt verkraften? Gibt es neue Verletzte, kommen angeschlagene Spieler zurück? Zumindest für die Lilien gilt: Auch der zweite Anzug macht keinen schlechten Eindruck. Für einen positiven Ausgang zu Gunsten der Lilien spricht zudem, dass sie auswärts bisher ungeschlagen sind. Der Gastgeber hingegen braucht einen Sieg, um sich vom Tabellenende abzusetzen, sonst verhallen auch die markigsten Sprüche Zornigers wirkungslos.

 

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