Freitag, 31 August 2018

Wirds das fünfte Unentschieden in Folge?

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 1_ FC Heidenheim 2_Bundesliga Auswärtsspiel Saison 2018-2019 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 178

#FCHD98

Wirds das fünfte Unentschieden in Folge?

Am 15.11.2008 lief den Lilien erstmals der 1. FC Heidenheim von 1846 über den Weg. Zum Einstand gab es am 13.Spieltag der Regionalliga Süd am Bölle ein 1:1. Bereits damals fiel der FCH auf, weil er von Fans als ein eher unattraktiver Gegner eingestuft wurde und weil er aber gleichzeitig sportlich eher unangenehm war. Und ebenfalls schon damals blieben zwei Personen im Gedächtnis hängen, Trainer Frank Schmidt und sein Musterschüler Marc Schnatterer.

Gefühlt scheint das Duo den FCH gegründet zu haben, so lange personifizieren sie den Club aus dem 48.000 Seelen Dorf auf der Ostalb. Besonders der Fakt, dass der hochveranlagte Marc Schnatterer dem “Dorfclub” über die Jahre die Treue hielt, verwundert. Einer wie er hätte sich auch in der Bundesliga durchsetzen können. Aber der gebürtige Heilbronner zog es vor, an der Brenz seine Brötchen zu verdienen. Scheinbar ist dies durchaus lukrativ, denn erstaunlicherweise gelingt es dem FCH mittlerweile seit Jahren, durchaus begabte Balltreter in die ländliche Metropole zu locken. In Folge dessen darf sich der Verein bereits im vierten Jahr in Folge “Zweitligist” auf das Briefpapier drucken lassen.

Der Erfolg des Vereins ist hauptsächlich dem Engagement der lokalen Industrie zu verdanken. Schwergewichte, wie die Voith Unternehmensgruppe oder die Paul Hartmann AG beweisen so etwas wie eine lokalpatriotisch geprägte Identifikation, die sie monetär ausdrücken. Die Frage, wie der moderne Profifußball ohne solche Gönner noch zu finanzieren wäre, stellt sich nicht nur in Leipzig und Hoffenheim, sondern auch im abgelegenen Jenseits auf den Höhen der Ostalb.

Schmälert dies die Leistung, die Trainer Schmidt seit 10 Jahren abliefert? Sicherlich nicht. Die Heidenheimer sind ein unangenehmer Gegner, der schwer zu besiegen ist. Auch der SV98 kann ein Lied davon singen. Die Bilanz der bisherigen zwölf Aufeinandertreffen spricht eindeutig gegen die Lilien. Bei sechs Unentschieden gab es nur zwei Siege, aber sechs Niederlagen, bei 11:17 Toren. So mancher aktuelle Bundesligist kann eine solche Bilanz gegen die Heiner nicht vorweisen.

Aber die Lilien können seit der Rückkehr in den Profifußball stolz vermelden, in vier Zweitligapartien gegen den FCH noch ungeschlagen zu sein. Allerdings konnten die Ostälbler auch noch nicht besiegt werden. Alle bisherigen Spiele im Unterhaus endeten Unentschieden. Dreimal 1:1 und einmal 2:2 lauten die Ergebnisse.

Die positiv überraschende Frühform der Lilien wird also aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine schwere Prüfung gestellt werden. Auch der Gastgeber startete nicht schlecht in die neue Saison. Bei einem Sieg und zwei Unentschieden sind sie, im Gegensatz zu den Lilien, in der Liga noch ungeschlagen. Mit dieser Bilanz belegt der FC Heidenheim derzeit den neunten Tabellenplatz, nur einen Punkt hinter den Woogstädtern. Erwähnen sollte man dabei, dass der bereits erwähnte Marc Schnatterer drei der bisherigen fünf Saisontore erzielte.

Nimmt man die letzten Begegnungen als Messlatte, würde man erneut ein Unentschieden voraussagen. Ein Ergebnis, mit dem der SV98 sicherlich gut leben könnte. Wäre da nicht der ehrgeizige Herr Schuster an der Seitenlinie, der in jedes Spiel geht, um es zu gewinnen. Ein Anspruch, der im Sport allerdings normal sein sollte. Eine Haltung, wie in der Rückrunde der Bundesligasaison 2016 / 17, als die Lilien sich dem Wettbewerb freiwillig entzogen, weil man sich für die kommende 2.Liga einspielen wollte, impft dem spielenden Personal eine gefährliche Haltung ein und widerspricht dem Leistungsgedanken, der jeden Sport definiert. Aber solche Gedanken sind dem zurückgekehrten Vordenker in Sachen Sport fremd. Am Anfang steht stets der Wille, den Platz als Sieger zu verlassen, wohlwissend, dass das nicht immer der Fall sein wird.

Interessant dürfte am Sonntag sein, mit welchem Personal Schuster die Aufgabe angehen wird. Er hat den Kader ordentlich durcheinandergewirbelt. Dabei ist der Kader weniger prominent besetzt, als zum vergleichbaren Zeitpunkt der letzten Saison. Weniger prominent bedeutet wohl auch weniger kostenintensiv. Wie sich die sportliche Qualität verändert hat, bleibt abzuwarten. Aber es ist kaum vorstellbar, dass Schuster das (sagen wirs ehrlich) Versagen der letzten Saison wiederholen möchte. Im Gegenteil, der Dirk ist viel zu ambitioniert. Ob die vermeintliche finanzielle Diät schwächelnden Vereinsfinanzen geschuldet ist, oder ob Schuster mal wieder, einem Plan folgend, ein goldenes Händchen beweist, wird die Saison belegen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Schuster seine Stars selbst formt.

Wird er aber die erfolgreich gestartete Mannschaft nun auf den Kopf stellen? Eher nicht, das wäre nicht sein Stil. Während seiner ersten Amtszeit mussten Neue sich im Training richtig strecken, ehe sie zu Startplatz Ehren kamen. Dass Johannes Wurtz beim 3:0 über die Zebras bereits siebzehn Minuten Einsatzzeit erhielt, ist eher als ungewöhnlich zu bewerten.

Ein Sieg auf der Ostalb wäre eine Premiere. Hierzu müsste es den Lilien gelingen, zunächst den “ewigen” Schnatterer zu neutralisieren und dann im nächsten Schritt die überfallartigen Konter der Heidenheimer zu unterbinden. Beides kann man getrost als anspruchsvolle Aufgabe einstufen. Andererseits wird es den Gastgebern sicherlich alles andere als leicht fallen, Schusters Defensivkonzept auszuhebeln. In den bisherigen vier Pflichtspielen gelang das nur dem FC St. Pauli, alle anderen Aufgaben gewannen die Lilien zu Null.

Irgendwie wäre das fünfte Unentschieden in Folge das logischste Ergebnis, aber ...

 

 

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