Montag, 11 August 2014

Unglückliches Unentschieden

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Auswärtsspiel FC Ingolstadt Saison 2014 _ 2015 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 420

Captain Sulu schwer verletzt

Unglückliches Unentschieden

_Nein, rechte Freude kam nach dem Abpfiff erstmal nicht auf. Lappes last Minute Partykiller war dabei nur bedingt die Stimmungsbremse. Vielmehr spukte vielen der 700 mitgereisten Lilienfans die vermaledeite 50.Minute im Kopf herum. Jene Minute, als Aytac Sulu und Christian Mathenia in einer gemeinsamen Abwehraktion heftig ineinander rasselten. Sulu wurde dabei mit voller Wucht von Mathenias Knie an der rechten Schläfe getroffen. Jedem war sofort klar, da is was heftigeres passiert. Der Captain zeigte sofort an, dass gewechselt werden muss und allen stand der Schock ins Gesicht geschrieben. Heute wissen wir, Aytac erlitt mehrere Frakturen im Gesicht und wird mindestens 6 Wochen ausfallen.

Gute Besserung, Captain! Komm bald wieder auf die Beine...

Ein unglücklicher Zusammenprall war das, an dem keiner Schuld trägt. So etwas passiert im Fußball, um das Risiko weiß jeder, der den Sport betreibt. Hoffen wir für Aytac, dass er schnell genest und dabei möglichst wenig Schmerzen hat. Kopfverletzungen sind äußerst unangenehm.

Zum Spiel...
Dirk Schusters Lilien zeigten von Anfang an, dass sie des Trainers Forderung umsetzen wollten, besser ins Spiel kommen war die Devise. Das tat das Team eindrucksvoll. Auch wenn ein erfahrener Zweitligist wie Ingolstadt nicht 90 Minuten auszuschalten ist, so bestimmten die Gäste aus Südhessen doch weitestgehend das Tempo und die Spielrichtung. Der FCI konnte kaum ein Spiel aufziehen, das ein Heimfan von seinem Team erwartet. Überraschend war dabei, dass die Heiner dank körperlicher Präsenz und unglaublicher Laufbereitschaft den Ingolstädtern die Räume nahmen und sie so kaum gefährlich in den Strafraum kommen liesen. Ingolstadts Trainer, Hasenhüttl, erkannte später im SKY-Interview diese Überlegenheit an indem er feststellte, dass die Heinerauswahl seiner Mannschaft physisch überlegen war.

Eigenschaften, die den SV98 auf einer blau-weißen Erfolgswelle in Liga 2 surfen lies, kommen nun erfolgversprechend bei der Mission Klassenerhalt zum tragen. Und erneut scheint Schuster ein glückliches Händchen bei der Verpflichtung neuer Kicker zu haben. Allen voran ist Romain Brégerie zu nennen. Der aus Dresden gekommene Innenverteidiger stand gleich bei 3 Treffern im Brennpunkt. Das 0:1 erzielte er nach Ecke seines ebenfalls aus Dresden gekommenen Tobias Kempe (16.). Das 1:2 bereitete er mit eine Maßflanke auf DSE vor. Leider spielte er auch beim zwischenzeitlichen 1:1 eine Hauptrolle. Seine Kopfballabwehr landete direkt auf den Füßen des Torschützen, Lex, der allerdings Glück hatte, dass er Hanno Behrens wuchtig anschoss, so dass der Ball unhaltbar im Netz einschlug. Trotz dieses Lapsus zählte Brégerie zu den besten in blau-weiß.

Überhaupt kommt die Dynamo Connection bereits zu diesem frühen Zeitpunkt immer besser ins System uns somit ins Spiel. Tobias Kempe rackert viel, versteht sich zunehmend besser mit seinen Mitspielern und wertet das Lilienspiel mit ungemein präzisen Standards auf. Er hätte in der 79.Minute zum MVP des Mateches werden können, als er nach wunderbaren Pass von Gerome Gondorf alleine aufs Tor zulief. Zunächst scheiterte er am herausstürzenden Ingolstädter Goalie, sein Schlenzer, als zweiter Versuch, wurde auf der Linie geklärt. Schade, das wäre der Gamewinner gewesen.

Dass es aber nur zum Unentschieden reichte lag am Geniestreich des Ingolstädters Lappe. Sekunden vor dem Abpfiff (90 +3) entschloss er sich, im Gewühl mit dem Rücken zum Tor stehend, zu einem Fallrückzieher. Keine Chance für Cristian Mathenia. Für den Lilien-Torwart war das kein leichtes Spiel. Er spielte hochkonzentriert, zeigte, dass er weiß, wie ein moderner Torhüter mitspielt. Dennoch musste er zweimal hinter sich greifen, zweimal passierte der Ball ihn unhaltbar. Und dann war da noch der unglückliche Zusammenprall mit Aytac – verdammt viel, was das junge, unbestrittene Talent verkraften muss...

Insgesamt präsentierte sich der SV98 mit einer Steigerung, im Vergleich mit der Auftaktpartie gegen gegen Sandhausen. Und auch, wenn das Erfolgserlebnis hochverdient ist, hat man das Gefühl, dass das Team noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist. Grund genug, dem weiteren Fortgang der Saison mit größtem Optimismus entgegen zu sehen. Und auch wenn es keinerlei Wert besitzt, es tat der Lilienseele gut, für insgesamt 25 Minuten in der Blitztabelle als Spitzenreiter ausgewiesen zu werden. Ein Gefühl, das die Lilien zuletzt vor rund 27 Jahren genießen durften (3.10.1987, 13.Spieltag, nach einem 2:0 gegen Stuttgarter Kickers)...

Fazit

Wie sagte einst der ehemalige Präsident Hans Kessler? „Wir sind auf einem guten Weg“

 

Was sonst noch geschah...

Die [boelle.org] Odyssee

Rekordverdächtig gestaltete sich die Rückfahrt der [boelle.org] Delegation. Mein persönlicher Rekord für eine „Auswärtsspielrückfahrt“ lag bisher bei gut und gerne 6 Stunden, für die Fahrt von Reutlingen zurück ins Großherzogtum. Damals waren die Straßen wegen der/einer Sonnenfinsternis verstopft und Unwetter verhinderten zügige Fortbewegung.

Gestern allerdings benötigten wir annähernd 7 (in Worten: sieben) Stunden. Dem zwischen Nürnberg und Aschaffenburg herrschenden Stop and Go versuchten wir dabei mit gezielter Flucht auf Landstraßen zu entkommen. So wurde bei Wertheim das „Offroad-Abenteuer“ begonnen. Das Glück einer gut ausgebauten Landstraße endete jäh und eine Umleitung schickte die Delegation zu einer Landpartie auf unbedeutenden Nebenstraßen der Kategorie C und D. Landschaftlich toll, wäre es hell gewesen... So allerdings fuhren wir in ein schwarzes Loch und der Maschinenraum meldete, dass der Treibstoff sich fast gänzlich verflüchtigt hätte.

Das sollte doch in Deutschland kein Problem darstellen? Tat es! Nach dem Durchqueren von gefühlt einem Dutzend Ansiedlungen, die alle verwaist und scheinbar verlassen den Wegerand zierten, erleuchtete am Ende einer hochalpinen Serpentine die Neonreklame einer völlig unbekannten, Benzin verkaufenden Firma, die Wildnis. Glück gehabt. Auftanken, die Vorräte in Rationen einteilen und hoffen, dass man das geliebte Darmstadt rechtzeitig zum Pokalkick gegen Wolfsburg erreicht war die Devise...

Warum ich das erzähle? Weil auch das zum Spaß an der 2.Liga beigetragen hat. Die Reisegruppe erlebte einen unvergesslichen Auswärtsauftakt in der 2.Liga.

 

Bilder vom Spiel

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