Samstag, 25 Oktober 2014

Süd Klassiker

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 1_FC Nürnberg 2_Bundesliga Heimspiel Saison 2014 _ 2015, Aufrufe: 381

Ausverkauftes Haus bei der Montagabend Flutlichtpremiere

Süd Klassiker

_Kaum zu glauben, aber auch für den SV98 kann es als Gründungsmitglied der 2.Bundesliga im 31. Punktspiel gegen den Glubb zu Premieren kommen. Erstmals ist das Altehrwürdige bereits Tage vor dem Kick ausverkauft und erstmals wird dieses Traditionsduell zur Primetime in Sport1 übertragen. Kein Zweifel, das Aufeinandertreffen der Rivalen der 70er und 80er Jahre elektrisiert Traditionalisten und Neufans beider Lager gleichermaßen. Dabei beherrscht gegenseitiger Respekt die Vorfreude. Auf dem Papier scheint die Ausgangslage klar zu sein, empfängt doch der „Überraschungs“aufsteiger einen Bundesligaabsteiger. Klare Rollenverteilung! Oder vielleicht doch nicht?

An die Bundesligasaison 2013 – 2014 erinnert man sich an der Noris nur ungern. Der neunmalige Deutsche Meister überraschte seine Anhänger mit so einigen Negativrekorden der Superlative. So war man vom 1. bis zum 17. Spieltag sieglos und verlor vom 28. bis zum 34. Spieltag alle Spiele. Angesichts der stets hohen Ansprüche der Franken kann man diese Bilanz nur als Totalschaden werten. Seit der letzten Deutschen Meisterschaft, 1968, konnte der Glubb nur noch einen nationalen Titel in den Briefkopf eintragen, den des DFB-Pokalsiegers von 2007. Eigentlich träumt der Nürrnberrsch-Fan aber von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. 5 Meisterschaften bilanzieren aus diesem Jahrzehnt. Nürnberg dominierte damals fast ebenso, wie heutzutage der in und um die fränkische Metropole verhasste FC Bayern. Anspruch und Wirklichkeit klafften also selten weiter auseinander, wie am Ende der vergangenen Saison.

Verständlich, dass der Abstieg in die wenig geliebte 2.Liga zu einer Zäsur führte, die nur als personeller Kahlschlag bezeichnet werden kann. Nachdem Interimscoach (und Ex-Lilie) Roger Prinzen demissioniert wurde, legte Sportvorstand Bader sage und schreibe 23 Profikickern keine Steine in den Weg des Vereinswechsels. Da wohl die Fugger Nürnbergs letzte Institution ohne überlieferte Geldsorgen waren, kam dem Club-Vorstand der dabei erzielte Transfererlös von ca. 18 Millionen € gerade recht. Allerdings darf dabei nicht unterschlagen werden, dass mit der Massenentlassung ein geschätzter Marktwert von ca. 42 Millionen € den Verein verlassen hat. Dieser Wert ist ein Gradmesser für fußballerische Qualität. Spieler wie etwa, Drmic, Chandler oder Kiyotake, die nun bei neuen Brötchengebern ihre Qualität unter Beweis stellen.  

Für das ursprünglich ausgegebene Saisonziel des Wiederaufstiegs wurde Valérien Ismaël als Cheftrainer angeheuert. Im Bereich des Profifußballs ist der ehemalige Bremer Bundesligakicker ein Novize. Erfahrung sammelte er bisher lediglich bei den Zweitvertretungen von Hannover 96 und dem VW-Werksverein aus Wolfsburg. 19  neue Profis verpflichtete Ismaël. Dabei gab er 4,3 Millionen aus (Marktwert ca. 16,5 Millionen). Darunter so illustre Namen wie: Jakob Sylvestr, Niclas Füllkrug, Jan Pollak oder Peniel Mlapa. Man sah sich gerüstet, den Wiederaufstieg anzugehen.

Es kam aber zunächst anders. Nach dem Auftaktsieg gegen Aue (1:0) setzte es eine erste derbe 5:1 Niederlage, ausgerechnet bei den benachbarten SpVgg. Greuther-Fürth. Als schließlich am dritten Spieltag der FSV Frankfurt mit einem 0:1 Sieg im Frankenstadion den FCN ins untere Drittel der Tabelle schickte wurde es erstmals in dieser Saison unruhig rund um den Traditionsverein. Den Höhepunkt der Unzufriedenheit wurde im Oktober erreicht. Rund um die JHV des Clubs flogen im Aufsichtsrat die Fetzen. Wohl alles eine Folge von Ismaëls Ankündigung, das Saisonziel neu zu definieren. "Wir müssen jetzt kleinere Brötchen backen. Die bisherige Zielsetzung ist in der aktuellen Konstellation nicht realisierbar", sagte der Trainer nach der 3:0 Niederlage auf der Ostalb, beim Aufsteiger Heidenheim.

Was man am Woog gar nicht gerne sieht: Aktuell scheint sich der Glubb sportlich stabilisiert zu haben. Aus den letzten drei Spielen holte der 1.FC 7 Punkte. Dabei besiegte er die Leipziger Marketingkicker und den Namensvetter aus Kaiserslautern. Nur in Bochum kam man über das ortsübliche 1:1 nicht hinaus. Durch diese Miniserie konnten die Franken sich mittlerweile von Platz 16 auf 10 verbessern. Was im Lager der Clubfans aber nicht zwingend zu einer Verbesserung der Laune führt.

Bei unserem Sportverein hingegen steht das Stimmungsbarometer unverändert auf „Eitel Sonnenschein“. Und das, obwohl in den letzten drei Spielen gerade mal zwei magere Pünktchen eingefahren wurden und dabei die erste Heimniederlage hingenommen werden musste. Aber die Auftritte des Teams geben nach wie vor keinerlei Anlass für hysterische Angstzustände. Bei den Kicks in Berlin und Bochum fehlte das nötige Glück, um die jeweilige Führung über die Zeit zu bringen und gegen F95 schenkte man den Rheinländern 3 Treffer. Das alles kann unter dem Aspekt Lehrgeld verbucht werden, das sicherlich von Cheflilie Dirk Schuster mit der Mannschaft im täglichen Trainingsbetrieb aufgearbeitet wurde. Ebenso sicherlich wird der Marathonmann, Schuster nimmt am morgigen Sonntag mal eben am Frankfurt Marathon teil, an DSEs Torflaute arbeiten. Der Goalgetter vom Dienst blieb zuletzt in 5 Spielen ohne Torerfolg.

Auflaufen wird der Torschützenkönig der letzten Saison wohl aber in der Startelf am Montagabend. Gesetzt ist DES, unter anderem auch, weil derzeit keine echte Alternative in Sicht scheint. Ronny König konnte bei seinem bisherigen Kurzeinsätzen nicht so recht aufdrängen. Alternatlos scheint derzeit auch Marcel Heller, der sich seit dem ersten Spieltag in dieser Liga pudelwol zu fühlen scheint. Und ebenso pudelwohl fühlt er sich den eigenen Aussagen auch in Darmstadt, bei unserem Sportverein. Was unter der Woche dazu führte, dass MH20 seinen Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängerte. Ein Zeichen dafür, dass der sportliche Aufstieg der Lilien noch nicht am Ende ist?

Auf jeden Fall ein Zeichen, dass man sich am Bölle viel vorgenommen hat für die Zukunft. Dies gilt natürlich auch für das Spiel gegen den Glubb. Ganz so, wie es des Trainers Diktion ist, sprechen alle davon, „etwas Zählbares“ gegen Nürnberg in Darmstadt behalten zu wollen. In Fandeutsch übersetzt heißt das:“wir werden alles dafür geben, um zu gewinnen“. Fragt sich, mit welchem Personal Schuster die Aufgabe angeht. Viel spricht dafür, dass er die Anfangsformation vom Kick in Bochum erneut ins Rennen schickt. Somit dürften die neu verpflichteten Florian Jungwirth und Leon Balogun wieder mit von der Partie sein. Beide wussten im Pott zu überzeugen.

Es ist angerichtet, Vorhang auf zum Kultspiel...

Ach ja, beinahe vergessen, den Spielausgang zu orakeln... Wer es noch nicht mitbekommen hat, [boelle.org] wurde im Vorfeld des Spiels von den Machern der Seite clubfans-united.de interviewed.  
Am Ende des Interviews findet ihr den offiziellen [boelle.org]-Ergebnistipp... ;-)


Zum Bild:
Wäre geil, wenn das das Echo vom Dienstag so ähnlich texten würde:

98 - fcn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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