Freitag, 01 Mai 2015

Showdown

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 1_FC Kaiserslautern 2_Bundesliga Heimspiel Saison 2014 _ 2015 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1012

#D98FCK

Showdown

_Mehr 2.Liga Spitzenspiel geht nicht! Wenn am Samstag der 1.FC Kaiserslautern die Lilien am Bölle besucht geht es für beide Teams um viel, um sehr viel. Dem Sieger winkt der Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs. Auch wenn danach noch drei Spieltage zu bestreiten sind, könnte an diesem 31. Spieltag bereits eine Vorentscheidung fallen. Dabei könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein: Die einen müssen fast aufsteigen, für die anderen ist der Uffstiech eine Option, die die fabelhafte Saison krönen würde. Wer allerdings Dirk Schuster und sein Team kennt, der weiß, mit welchem Ehrgeiz das Team in das Spiel gehen wird.

So wurde auch unter der Woche, in der die Lilien sehr darauf bedacht waren, nach der unglücklichen Leipzig Niederlage Gelassenheit zu demonstrieren, das Ziel für den Samstag ausgegeben: „Lautern schlagen“. Bösartig könnte man sagen, dass es mal wieder an der Zeit wäre, einen Dreier einzufahren. Denn der letzte Sieg der Schuster Truppe datiert vom 5.April, ist also fast schon vier Wochen her. Dieser kleine Hänger sorgte auch dafür, dass Rang zwei und drei verlassen wurden und man derzeit auf Rang vier auf Ausrutscher der Mitbewerber lauert. Aber, Freunde, was für ein Luxus! Anstatt über versäumte Punkte, die zum Klassenerhalt fehlen könnten zu jammern, bedauern wir, dass das Abrutschen aus den Aufstiegsrängen. Aber so ist nun mal der Sport, die Momentaufnahme macht gierig.

Diese Gier ist auch in der Stadt und im Umfeld zu spüren. Seit Wochen ist das Altehrwürdige bis zum letzten Platz ausverkauft. Der Run auf die Tickets hätte bei einem Spiel gegen die Granden der Bundesliga auch nicht größer sein können. Klar, dass auch der Schwarzmarkt für Darmstädter Verhältnisse neue Rekorde meldet. Oder wurde schon mal eine Stehplatzkarte (Nordkurve) für ein Lilienspiel für sagenhafte 300€ angeboten? Die Nachfrage, auch aus Kaiserslautern, war derart hoch, dass man sicherlich auch 30.000 Karten hätte verkaufen können. O tempora, o mores, vor nicht all zu langer Zeit freute sich die blau-weiße Anhängerschaft, wenn sich über 5.000 im weiten Rund verloren.

Im Grunde erlebt das Großherzogtum am Samstag so etwas wie eine Generalprobe, falls es mit dem Uffstiech klappt. Denn gefühlt ist der FCK und seine Fans immer noch ein Erstligist. Der Auftritt solcher Fangruppen, die einen Gästeblock locker füllen, ist auch in Liga 2 nicht der Alltag. Wäre es aber eine Etage höher. Nicht nur im Stadion, sondern wohl auch in der Stadt wird dieser Tag anders verlaufen als der fast schon wieder zur Gewohnheit gewordene Alltag der 2.Liga. Die Lautrer werden mit dem Selbstbewusstsein in Darmstadt aufschlagen, das sie auch von ihrem Team auf dem Feverpitch fordern.

Aus Sicht von Fritz Walters Erben lief die Saison besser, als man zu Rundenbeginn vermuten konnte. Ex-Liliencoach Kosta Runjaic und Sportvorstand Kunz bauten das Team kräftig um. Vor allem Talenten aus der eigenen Kaderschmiede vertraute man. So stellen die Roten Teufel derzeit sechs U21 Nationalspieler ( Philipp Hoffmann, Amin Younes, Dominique Heintz, Willi Orban, Jean Zimmer, Marius Müller) – Rekordwert der Liga. Dazu gesellen sich ein Österreichischer U21 Nationalspieler (Kevin Stöger)  und 3 A Internationale aus Finnland, Norwegen und Polen (Alexander Ring, Ruben Jenssen, Mateusz Klisch).

Ein durchaus renommierter Kader also, den Coach Kosta aufs Grün schickt. Umso erstaunlicher, dass der FCK und die Lilien die Saison fast im Gleichschritt durchliefen. Zwar trennen die Kontrahenten momentan 4 Punkte, aber in fast allen statistischen Belangen ähneln sie sich. In der inoffiziellen Heimtabelle stehen die Pfälzer auf Platz 1, die Lilien auf Platz 2. Anders sieht es in der Auswärtswertung aus, hier belegen die Heiner den sechsten Platz und der FCK rangiert auf 9. Wahrscheinlich deshalb redet man sich auf den Höhen der Pfalz eine Auswärtsschwäche ein. Wo immer man hinhört, wird vom gerne sich etwas großspurig gebenden Pfälzer Anhang beklagt, dass man auswärts bereits vier Niederlagen und acht Unentschieden hinnehmen musste.

Aber in der Wahrnehmung zählt ja oft auch die Art und Weise und wo man Punkte lies. So nagt die 2:0 Niederlage beim FSV Frankfurt noch immer am Selbstverständnis der Teufel. Bei den Spitzenteams verlor man in Ingolstadt, konnte aber sowohl in Karlsruhe, als auch in Leipsch ein 0:0 ermauern. Beweis dafür, dass Kostas Truppe trotz ihrer Jugend auch defensiv kann.

Muss man wirklich noch betonen, dass auf Dirk Schusters Mannschaft ein ganz heißer Tanz zukommen wird? Sicherlich nicht! Und ebenso sicherlich ist sich die Abteilung Profifußball ob der Aufgabe, aber auch der Chance bewusst. So wird Dirk Schuster mit seinen Co-Trainern über einer Taktik brüten, ähnlich der überraschend offensiven Ausrichtung in Taurin-Wunderland. Enttäuschend war einzig das Ergebnis, nicht aber die Art und Weise, wie Schusters Team aufgetreten ist. Um gegen die ehrgeizigen Pfälzer zu bestehen, bedarf es nicht ein Mehr an spielerischer Leistung, sondern eine Prise mehr Konzentration, garniert mit etwas Glück.  

Dass die Heiner mit den Teufeln mithalten können, haben sie bereits im Hinspiel bewiesen. Ein Unentschieden auf dem Betze ist aller Ehren wert. Im nun anstehenden Heimspiel müssen der Gast beweisen, ob er umgekehrt ähnlich entgegenhalten kann. Das Altehrwürdige wird am Samstag einen stimmungsvollen Rahmen bieten, dem schon so mancher Gast nicht Stand hielt.

Bleibt noch der Blick aufs Personelle, auch wenn beide Trainer sich im Vorfeld bedeckt halten. Fest steht allerdings, dass auf beiden Seiten Stammkräfte nicht mit von der Partie sind. Bei den Lilien fehlt Fabian Holland, nach fünfter gelber Karte. Wer ihn vertreten wird? Höchstwahrscheinlich Michael Stegmayer. Bei den „Betze Buwe“ werden neben Stammgoalie Sippel auch Gaus und Jennsen nicht auflaufen können.

Offenherziger als bei der Benennung der Startelf gaben sich beide Vordenker beim Blick in ihre Gedanken. Beide wollen gewinnen, klar! Erstaunlich ist, dass Runjaic dem Publikum bereits im Vorfeld Respekt zollt, „Das Böllenfalltor wird ein absoluter Hexenkessel sein“. Dirk Schuster hingegen will genau diesen „Hexenkessel“ zu seinem Vorteil nutzen und versprach, „den Zuschauern einen Samstagnachmittag zu bieten, den sie so schnell nicht vergessen“ . . .


Meine letzten Worte ans Team:

. . . und jetzt gehts raus und fegt die Lautrer vom Platz!

 

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