Mittwoch, 30 Juli 2014

Merck-Stadion am Böllenfalltor

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Merck-Stadion am Böllenfalltor Stadion, Aufrufe: 944

Des Bölles neuer Name

Merck-Stadion am Böllenfalltor

_Ende der Spekulationen, etwas mehr als ein Jahr vor geplantem (Um)Baubeginn hat die Kultstätte bereits einen Paten gefunden. Die Darmstädter Merck KGaA bekennt sich zu ihren Wurzeln und erwirbt die Namensrechte des zukünftigen Darmstädter Theater der Träume. Die Geschichte der Merck KGaA, das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt, begann im Jahr 1668 mitten in Darmstadt. Friedrich Jacob Merck erwarb eine Darmstädter Apotheke, die später als „Engelapotheke“ bekannt wurde. Dies gilt als Geburtsstunde der  Merck KGaA und von Merck & Co.

Eine, wie ich finde, mehr als begrüßenswerte Entscheidung. Die Spielstätte eines der ältesten deutschen Fußballvereine trägt zukünftig den Namen des ältesten chemischen Unternehmens der Welt und das alles mit echtem lokalen Bezug. Heinerherz, was willst du mehr? Man darf dabei aber nicht den Fehler machen, dieses Bekenntnis zum Standort als Sponsoring des SV98 zu sehen. Denn „der Merck“, wie die Darmstädter „ihr“ Unternehmen liebevoll nennen, unterstützt den Profifußball nicht mit direkten Zuwendungen. Hier vertritt man eine andere Philosophie. Vielmehr erfahren Jugendabteilungen und Breitensport monetäre Zuwendungen. So unterstützte „der Merck“ auch über Jahrzehnte den Nachwuchs des SV98 mit Zuwendungen, die aber auch anderen Darmstädter Vereinen zuteil wurden. Ebenso stellte das Unternehmen auch schon mal seinen werkseigenen Fußballplatz für Trainingseinheiten der 1.Mannschaft zur Verfügung. Das wars dann aber auch, einen Einstieg in den professionellen Sport, ähnlich, wie es Bayer in Leverkusen exerziert, strebte man nie an. Auch wenn Konsul Peter Merck seit Jahrzehnten Mitglied des Verwaltungsrats des SV98 war.

So erscheint es als Konsequent, dass man der Heimatstadt bei der Realisierung eines modernen städtischen Stadions unter die Arme greift. Die Finanzierung dieses Projektes erhält damit eine starke, verlässliche Säule, die zudem auch noch über mächtig Lokalkolorit verfügt. Und am Ende dieser Kette mit Mehrwert für alle Beteiligte profitiert auch der SV98. Eine der Zeit entsprechende Spielstätte ist Grundvoraussetzung, um sich dauerhaft die Chance auf höherklassigen Fußball zu erhalten.

Eine Chance, die allerdings auch Verpflichtungen mit sich bringt. Sicherlich nicht die Verpflichtung, die Klasse zu erhalten und schon gar nicht unter allen Umständen. Vielmehr muss die Konsolidierung des hauptsächlichen Mieters und Nutznießers der immer mehr Form annehmenden neuen Spielstätte voran getrieben werden. Organisatorisch und damit auch juristisch steht der Verein auf tönernen Füßen. Strukturen, die bereits im 20.Jahrhundert nicht mehr auf der Höhe der Zeit waren, sind im fortschreitenden 21.Jahrhundert sicherlich nicht funktioneller. Aber, das ist ein anderes Thema, das uns noch beschäftigen wird – wetten, dass?

Für den Moment gilt, der Stadt Darmstadt ist es gelungen, einen wichtigen Schritt in Sachen Finanzierung des Vorhabens zu gehen. Der SV98 wird eine wettbewerbsfähige Spielstätte erhalten. Nur hat er nicht, wie so viele meinen, nun mehr Geld zur Verfügung. Im Gegenteil, mit Fertigstellung einer neuen Spielstätte werden die Mietkosten deutlich steigen.

Jetzt freuen wir uns erstmal über die „darmstädterichste“ Lösung, die dieses Thema erfahren konnte...

 

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