Sonntag, 20 September 2015

Koan Wunder

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags FC Bayern München Heimspiel Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1835

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Koan Wunder

Es ist wohl die normalste Sache der Welt, gegen Bayern München in der 1.Liga ein Heimspiel mit 0:3 zu verlieren. Sicherlich drückt das Ergebnis auch aus, dass der FC Bayern in jeder Beziehung überlegen war. Und ja, die Lilien lieferten 60 Minuten einen großen Kampf, erspielten sich im ersten Durchgang gute Chancen, ohne sie zu nutzen. Im Grunde könnte man bilanzieren, dass dieser Samstagnachmittag Bundesliga-Alltag war. War es das wirklich?

Zweifel an der Normalität darf berechtigt aufkommen. Alle Protagonisten, ob in blau oder rot, hielten sich brav an ein virtuelles Drehbuch, das über die Medien schon seit Monaten kommuniziert wurde. Hier der Underdog, der im Grunde froh sein muss, dass es ihn überhaupt noch gibt und der gefälligst noch froher zu sein hat, dass die bajuwarischen Popstars ihr Stadion betreten. Auf der anderen Seite eben jene Bravo-Poster-Boys, die ohne Zweifel in Summe eines der besten Teams der Welt stellen.

Klare Verhältnisse schrieb das Drehbuch also vor. So klar, dass am Samstag niemand daran rüttelte, so klar, dass niemand sie in Frage stellte. Aus der virtuellen Überlegenheit wurde eine tatsächliche auf dem Platz. Nicht etwa, dass die Lilien schlecht spielten, nicht etwa, dass sie sich nicht bemühten. Aber Dirk Schusters charakterisierender Satz, dass man sein Team erst abschreiben sollte, wenn es unter der Dusche steht, trifft auf den Vortrag der Lilien an diesem Tag, gegen diesen Gegner nicht zwingend zu. Es sind diese letzten 1-2% an Mehr, die nicht abgerufen wurden, die aber vor Wochenfrist noch den Sieg in Leverkusen erst möglich machten. Beispiel gefällig? Marcel Heller war gegen die Bayern in kein einziges verbales Scharmützel involviert, wohl eine Premiere im Trikot der Lilien. Zu MH20 gehört aber aber genau das, wenn er bis in die letzte Faser engagiert zur Sache geht.

Kritik an Heller oder am Team? Eher eine Beobachtung. Oder eine Zustandsbeschreibung. Denn das Kollektiv der blau-weißen Gemeinde hat dieses Spiel nicht als normales Bundesligaspiel gesehen. Über dem Bölle lag eine unsichtbare Decke namens Ehrfurcht, die unantastbar schien. Das Drehbuch hatte also die Niederlage vorgegeben, die offene Frage schien nur noch die Höhe zu sein. Dabei hätten die Lilien im erneut starken ersten Durchgang durchaus das Drehbuch umschreiben können. Sowohl DSE (24.), als auch MH20 (32.) boten sich gute Gelegenheiten, die jeweils aus feinen Spielzügen resultierten. Eigentlich ein Anzeichen, dass die stark veränderte Elf des Favoriten durchaus auch Schwächen anbot.

Allerdings lagen die Bayern zu diesem Zeitpunkt bereits 0:1 in Front. Arturo Vidal hatte in der 20.Minute aus über 20 Metern abgezogen. Unhaltbar, mit Hilfe des Innenpfostens, schlug das Spielgerät ein. Ein Treffer, der weniger einer spielerischen Überlegenheit Ausdruck verlieh, als vielmehr die individuelle Klasse unterstreicht. Bis zu dieser 20.Minute hatten die Heiner dem Gast das Leben schwer gemacht. Die Defensivarbeit der blau-weißen stellte auch den Rekordmeister vor Rätsel. Im Grunde waren bei aller bayerischer Überlegenheit zum Pausentee noch nicht alle blau-weißen Felle davon geschwommen.

Dennoch war da Spiel nach 62 Minuten gelaufen. In unnachahmlicher Spitzenmannschaft Manier entschied Guardiolas Team den Kick mit einem Doppelschlag. Coman (62.) und Rode (63.) beendeten alle Lilien Träume, vielleicht doch noch ein Remis zu ertrotzen. Ohne Wenn und Aber spiegelt dieses Ergebnis die Kräfteverhältnisse wider. Individuell und als Mannschaft sind die Bayern eine andere Preisklasse als der SV98. Beispielhaft sind die Einwechslungen der Münchener zu nennen. Mit Javi Martinez, Xabi Alonso und Thomas Müller wurden zwei entthronte und ein amtierender Weltmeister aufs Grün des Bölles geschickt.

Kein Zweifel, als Fazit kann man nur artig dem FCB zu einem verdienten Sieg gratulieren. Den Lilien schmerzt diese Niederlage wenig, denn in wohl keinem Szenario hat man ernsthaft einen Dreier gegen den Meisterschaftsfavoriten einkalkuliert. Trotz der Niederlage kann Dirk Schuster auch Positives mitnehmen, denn es gab reichlich gute Ansätze.

Für die Zukunft wäre es allerdings wünschenswert, Vergleiche mit Kalibern à la Bayern etwas selbstbewusster anzugehen. Auch als chancenloser Außenseiter darf man respektvoll stolz auftreten. Darmstadt gab sich dieses Mal schon im Vorfeld devot.            

 

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Chance vergeben

Lieber SV Darmstadt 98, leider habt ihr es verpasst, dem eigenen Claim, aus Tradition anders zu sein, gerecht zu werden. Dass das Hetzblatt Bild seine infame Eigenwerbung auf dem Trikotärmel platzieren konnte entspricht nicht den Werten, die weite Teile der Fans und Mitglieder vertreten!
 

 

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