Freitag, 19 Dezember 2014

Highlight zum Jahresabschluss

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga FC Ingolstadt Heimspiel Saison 2014 _ 2015 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 970

Zweitliga-Topspiel

Highlight zum Jahresabschluss

_Jahresabschluss der Superlative am Böllenfalltor. Ein Jahr, das mit Fug und Recht zu den erfolgreichsten der Vereinsgeschichte gezählt wird, nimmt ein würdiges Ende. Der SV98 empfängt als Zweiter den Tabellenführer aus Ingolstadt. Dass dieser Kick eine solche Bedeutung zu teil wird, war nicht zu erwarten. Was die Fachwelt den Lilien voraussagte ist hinglänglich bekannt, aber auch Ingolstadt hatten die s.g. Fachleute nicht als Topteam auf der Rechnung. Gesichertes  Mittelfeld hätte man den Audianern zugetraut, nachdem sie in den letzten Jahren eher das Mittelmaß der Liga definierten. Nun stehen sie aber mit sieben Punkten Vorsprung auf die Woogsstädter auf dem Platz an der Sonne.

Nicht wenige glauben, dass das Hinspiel, das 2:2 Unentschieden, eine Art Startschuss für Ingolstadts fulminante Hinrunde war. Wir erinnern uns, die Lilien führten bis weit in die Nachspielzeit mit 1:2 und erst mit der letzten Aktion, einem fragwürdigen Freistoß, der zudem an falscher Stelle ausgeführt wurde, gelang den Ingolstädtern der Ausgleichstreffer zum 2:2. Welch anderes Ergebnis sollte es auch geben? Sind doch alle Begegnungen mit dem von der Audi eigenen Quattro GmbH geführten Klub so ausgegangen.

Seit diesem Spiel zog der FC Ingolstadt 04, wie das Konstrukt liebevoll getauft wurde, der Konkurrenz davon, wie einst Walter Röhrl mit seinem Ur-Quattro in der Rallye-Weltmeisterschaft. Kaum Schwächen offenbarte das Team von Ralph Hasenhüttl. Nur in Nürnberg, beim divenhaft auftretenden Glubb, hatten die Schanzer das Nachsehen. Mit 2:1 gaben sich die Oberbayern geschlagen. Ansonsten sechs Unentschieden und 11 Siege. So ganz nebenbei stelle man mit 30 erzieleten Toren den treffsichersten Sturm und mit nur 12 kassierten Gegentoren die beste Abwehr. Eine wahrhaft beeindruckende Bilanz.

Zuletzt bezwang man auf eigenem Platz Kaiserslautern mit 2:0 und St. Pauli mit 2:1. Wobei die heimische Presse den Spitzenreiter als “Angeschlagenen Primus” bezeichnete. Denn die Saison hat Spuren hinterlassen an der Donau, Hasenhüttls Kader wirkte reif für die Winterpause und durch Verletzungen und Sperren dezimiert sich derzeit insbesondere die Innenverteidigung. Hübner kassierte gegen St. Pauli die fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt, Ersatzmann Mijatovic wurde versprochen, beim Trainerlehrgang in der Heimat teilnehmen zu können, und Gunesch ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht so weit. Weiterhin fehlen werden die beiden Verteidiger Danny da Costa und Konstantin Engel, die frühestens im neuen Jahr wieder zum Kader stzoßen werden. Fraglich ist der Einsatz vom Matchwinner des Pauliu Kicks, Pascal Groß.

Ob Dirk Schuster die Sorgen des Gegenüber beschäftigten? Sicherlich, aber nicht primär. Denn Schuster wäre nicht Schuster, wenn sein Blick nicht zuerst auf sein eigenes Team gerichtet wäre. Hier interessiert die meisten Lilienfans, ob Leon Balogun, der in Sandhausen zur Pause in der Kabine blieb, wieder mit von der Partie ist. Mit Sandro Sirigu stünde zwar ein guter Ersatz bereit, aber mit Balogun wäre eventuell gegen die starken Ingolstädter Stürmer, Hinterseer (4 Treffer), Lex (5 Treffer) und Leckie (4 Treffer), eine defensivere Variante vorzusziehen. Alles Überlegungen, die das Trainerteam sicherlich beschäftigen wird. Denn eines scheint sicher, Schuster möchte das grandiose Jahr mit einem Heimsieg im Spitzenspiel rund machen. Was sonst? Dirk Schuster möchte immer gewinnen, jedes Spiel! Nicht, weil er den Aufstieg als Saisonziel ausgerufen hat, sondern weil er Vollblutfußballer ist und es als sinnlos erachtet das Grün nicht mit einer Siegermentalität zu betreten. Sicherlich ist Schuster einer der ersten, der die Leistung eines stärkeren Gegners anerkennt, aber zunächst will er gewinnen.

So wird es auch am Sonntag sein, wenn der Dritte der Heimtabelle den Dritten der Auswärtstabelle empfängt und das Altehrwürdige mal wieder aus allen Nähten platzt. Zumindest der Heimbereich wird pickepacke voll sein. Und sicherlich würde man eine noch größere Nachfrage erleben, wenn das Altherwürdige langsam mal in der Neuzeit ankommen würde. Aber hier wird sich der geneigte Fan noch etwas in Geduld üben müssen, denn wie erst gestern bekannt wurde, hechelt die Stadt Darmstadt dem eigenen Zeitplan hinterher. Ärgerlich mag das sein, aber bei der Komplexität und vor dem Hintergrund, dass hier die öffentliche Hand plant, scheint so etwas unausweichlich. Am Ende des Tages muss ja auch alles wasserdicht und schlüssig sein.

Dass das Bölle zum Topspiel wohl nicht komplett ausverkauft melden kann, liegt an den Besonderheiten des modernen Fußballs, denn ausverkauft ist erst, wenn auch der Gästeblock diesem Status gerecht wird. Und es darf bezweifelt werden, dass Ingolstadt ca. 2.500 eigene Fans von der Donau an den Woog karrt. Ingolstadts junge Geschichte konnte bisher noch nicht den Zuschauerhype generieren, den man bei einem souveränen Tabelleführer erwarten würde.

Zurück zum “Spocht”... Welche Chancen hat unser Sportverein von 1898 gegen den souveränen Tabellenführer Fußball-Club Ingolstadt von 2004? Wird es ein Kick auf Augenhöhe oder kann eine Mannschaft das Geschehen dominieren? Im Grunde spricht vieles dafür, dass das traditionsreiche 2:2 Unentschieden vordisponiert ist und eigentlich könnten beide Mannschaften mit diesem Ergebnis gut leben. Aber, wie weiter oben angesprochen, Dirk Schuster und wohl auch sein komplettes Team werden alles daran setzen, das außergewöhnliche Jahr auch außergewöhnlich ausklingen zu lassen. Schließlich muss man nur noch einmal richtig Gas geben, bevor man mal die Seele und die Beine mal baumeln lassen kann. Und, wie bereits vor Wochen festgestellt, physisch ist Schuster Truppe in Schuss, selbst die vor kurzem vermutete mentale Müdigkeit konnte weder auf St. Pauli, noch in Sandhausen beobachtet werden. Vorteil Lilien!

Prognose:
Herrschende Euphorie gepaart unbändigem Siegeswillen wird am Ende den Ausschlag für einen knappen Sieg geben.

 

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