Samstag, 25 August 2018

Heller war schneller

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Heimspiel MSV Duisburg Saison 2018-2019 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 840

#D98MSV

Heller war schneller

Keine Frage, Marcel Heller ist “Man of the Match”, oder wie Dirk Schuster später anmerkte, war MH20 an diesem Abend der “Unterschiedsspieler”. Das wichtige 1:0 in absoluter Klassemanier selbst erzielt und beide folgenden Treffer vorbereitet, was bleibt da anderes übrig, als den (virtuellen) Hut zu ziehen. Aber sein Glanz erstrahlte in einer Mannschaft, die kaum Schwächen offenbarte. Zumindest gilt diese Bewertung für die zweite Halbzeit.

Als Schiri Hartmann zum Pausentee bat hatten sich die meisten wohl schon auf ein 0:0 Unentschieden eingestellt. Der Gast neutralisierte die Lilien im Mittelfeld durch aggressives, frühes Pressing und versuchte, jede noch so kleine sich bietende Möglichkeit nutzen, um vors Tor von Daniel Heuer-Fernandes zu kommen. Und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte der Meidericher Sukuta-Pasu in der 39.Minute die größte Gelegenheit der Gäste genutzt. Wie er es geschafft hat, den Ball aus zwei Metern weit und hoch am Tor vorbei zu bugsieren, wird ein ewiges Rätsel bleiben. Aber ein Rätsel, dessen Auflösung die Heiner wenig interessieren wird.

Für eines aber taugte diese Schrecksekunde, die Lilien schüttelten sich kurz und suchten ihrerseits das Heil im Vorwärtsgang. Heraus kamen Chancen fast im Minutentakt. Serdar Dursun scheiterte zweimal knapp an der Querlatte und Aytac Sulu köpfte eine Ecke nur knapp über das Zebra Tor. Was nun wie eine gutklassige erste Halbzeit klingt war auf dem Grün aber harte und fürs Publikum teilweise schwer zu verdauende Kost. Beiden Teams gelang spielerisch wenig. Das Spiel wurde durch Ungenauigkeiten auf beiden Seiten geprägt. Sicherlich eine Folge der Psyche beider Teams. Die Duisburger wollten mit aller Macht ihre Negativserie beenden und die Heiner waren sichtbar bemüht, die zuletzt hohe Rate eigener Fehler zu minimieren, um den nächsten Schritt in Richtung “sorgenfreie Saison” gehen zu können.

Wie viel Einfluss die Psyche auf die Leistung von Fußballern haben kann, konnte man im zweiten Durchgang schon fast beispielhaft bestaunen. Umso mehr sich die Lilien zutrauten und umso erfolgreicher ihre Bemühungen ausgingen, umso mehr brach Duisburg ein. So geht das 3:0 auch in dieser Höhe letztendlich in Ordnung, auch wenn Dirk Schuster von einem “etwas zu hohen Sieg” sprach. Aber, “wenn du es schaffst drei Tore mehr als dein Gegner zu erzielen, dann haste es auch verdient” lautet eine Binsenweisheit des Fußballs.

Lichtblicke gab es auf Seiten der Lilien an diesem Abend viele. Dabei konterkariert die durchweg starke Offensive geradezu das Vorurteil, Schuster könne nur defensiven Fußball dirigieren. Joevin Jones, Marcel Heller (1:0 / 68.) und Serdar Dursun (2:0 / 74.) deuteten an, dass sie eine Zweitliga Abwehr vor sehr anspruchsvolle Aufgaben stellen können. Wenn diese drei sich noch besser einspielen, könnte dies ein Dreieck der Lilien-Freude für die restliche Saison werden. Im Mittelfeld glänzte Tobi Kempe erneut als fleißiges Arbeitsbienchen, dass im richtigen Augenblick auch zustechen kann (siehe das 3:0 / 86.). Marvin Mehlems Leistung macht Hoffnung, dass er sich in dieser Form weiterentwickelt. Im Defensivverbund ragten Slobodan Medojevic und Marcel Franke heraus. Beide sorgten dafür, dass Aytac Sulu und die Außenverteidiger, Immanuel Höhn und Fabian Holland sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren konnten. Daniel Heuer-Fernandes spielte fehlerlos und entschärfte einige gute Gelegenheiten gewohnt souverän und sachlich. Letzteres ist ein Kompliment für einen Torhüter.

Die Bewertung der Leistung fällt natürlich aufgrund der starken zweiten Halbzeit derart positiv aus. Und sicherlich spielte den Gastgebern in die Karten, dass der MSV derzeit auf der Suche nach einer stabilen Form ist. Eigentlich ist dies eine gut besetzte Mannschaft, die aber derzeit scheinbar nur fragmenthaft nachweisen kann, zu was sie fähig ist. Trotz dieser Schwächephase muss ein Gegner erstmal in der Lage sein, die Meidericher derart zu dominieren, wie es der SV98 im zweiten Durchgang tat. Überhaupt setzten die Heiner die Glanzlichter der noch jungen Saison stets in diesem Spielabschnitt.

Dass Dirk Schuster noch viel Arbeit vor sich hat beweisen die bisher gespielten ersten Halbzeiten, dass er mit seinen Kickern auf den richtigen Weg zu sein scheint, beweisen die jeweiligen zweiten Abschnitte. Der Trend geht eindeutig in Richtung gelungener Saisonstart, der dem spielenden Personal eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit auf den Weg zu den nächsten Aufgaben gibt. Welche Rolle dabei die neu verpflichteten Kicker spielen werden, bleibt abzuwarten. Außergewöhnlich ist, dass Schuster am Freitag Johannes Wurtz bereits einen fünfzehn minütigen Schnupperkurs in Sachen Böllenfalltor gönnte. Wurtz hatte nur eine Trainingseinheit mit seinen neuen Kollegen absolviert und überhaupt, früher mussten neue Kicker oftmals wochenlang im Training über harte Arbeit nachweisen, dass sie in die Startelf gehören. Die Zeiten ändern sich und Schuster auch. Vielleicht aber auch ein Hinweis, dass Schuster in Wurtz einen schlummernden Rohdiamanten sieht.

Als nächstes müssen die Lilien beim FC Heidenheim antreten. In der Vergangenheit war der Besuch auf der Ostalb stets ein unangenehmer Gang.

 

 

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