Montag, 06 August 2018

Gelungener Einstand

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Heimspiel Saison 2018-2019 SC Paderborn 07 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 525

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Gelungener Einstand

Auch wenn ein 1:0 Sieg knapp klingt und auch wenn vielleicht etwas Glück mit im Spiel war, als Daniel Heuer-Fernandes einen Elfmeter hielt, der Sieg über Paderborn war souveräner als es das Ergebnis suggeriert. Die Zuschauer bekamen eine Lilienelf zu sehen, die einer sichtbaren Spielidee folgte. Vor allem in den ersten fünfzehn Minuten gab es keinen Zweifel, wer der Hausherr war.

Paderborn hätte sich nicht beschweren können, hätten sie schon in dieser Phase den Rückstand hinnehmen müssen .Alleine Slobodan Medojevic hatte zwei Kopfball Chancen, von denen zumindest die erste hochkarätig war. Der anfänglichen Spieldomininanz der Lilien konnte der frisch aufgestiegene Gast nur rustikale Härte in den Zweikämpfen entgegensetzen, so dass sich nach der ersten Drangphase eine zerfahrene, umkämpfte und teils überharte Partie entwickelte.

In dieser Phase verlor auch Schiri Dankert zunehmend die Spielkontrolle. Trotz einiger Fouls, die ahndungswürdig gewesen wären, setzte Dankert lieber auf ausladende Kommunikation, nein, eher auf Monologe. Denn was Spieler zu erzählen hatten, interessierte ihn weniger. Ob seine teils merkwürdigen Entscheidungen das Spielgeschehen negativ beeinflußten, ist schwer zu sagen. Aber seine Spielleitung beruhigte das Geschehen nicht und wenn der Referee keine erkennbare Linie zu erkennen gibt, wird es schnell wild auf dem Platz.

So zeigte die herzhafte Spielweise der Paderborner im Fortgang der Begegnung Wirkung. Die deutlich sichtbare Linie der Heiner, den Gegner auch spielerisch zu dominieren, wurde zu Gunsten des hohen Langholz weitestgehend geopfert. Ja, richtig gelesen, der SV98 der Saison 18/19 versucht auch - manche würden sagen trotz - unter dem Trainer Schuster ein schnelles Kurzpassspiel aufzuziehen. Man darf gespannt sein, wie sich das im Laufe der Saison entwickeln wird. Schuster aber scheint gewillt zu sein, in der kommenden Saison die Gegner mit mehr als nur der altbekannten Stilistik zu überraschen.

Gegen Paderborn zumindest gab es im Laufe der 90 Minuten einige vielversprechende Stafetten in ansprechendem Tempo zu sehen, die den Aufsteiger auch prompt vor Probleme stellten. Es liegt in der Natur der Sache, dass am ersten Spieltag noch nicht alle Automatismen quasi wie im Schlaf funktionieren, aber jedes Erfolgserlebnis sorgt für das nötige Selbstvertrauen, um zukünftig dieses neue Element gewinnbringend einzusetzen. Wir wissen ja, dass dirk Schuster eine Mannschaft über die Spiele im Wettbewerb weiterentwickelt.

Dass die alten Tugenden, Kampf, Wille zum Erfolg und die Bereitschaft, zur Not das Spielgerät auch mal humorlos wegzudreschen, nicht vergessen sind, demonstrierte das Team eindrucksvoll, zumal bei den Temperaturen, die das Bölle zum Glutofen machten. Belegt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, dass Paderborn gerade mal eine echte Torchance hatte - und die war ein Elfmeter, den Daniel Heuer-Fernandes glanzvoll parierte. Fürs Protokoll, die Entscheidung, Elfmeter für Paderborn zu pfeifen, war berechtigt. Hier irrte Dankert nicht. Aber Heuer-Fernandes hielt durch seine Parade einen, unter dem Strich, verdienten Dreier fest und wurde so zum Matchwinner, neben einem, von dem die Lilienfans erst nicht so recht wussten, wie sie ihn einzuordnen hatten.

Die Rede ist von Serdar Dursun, der erst letzte Woche von Greuther-Fürth ans Bölle wechselte. Als die Meldung der Verpflichtung kam, hatten in und um Darmstadt Fragezeichen über den Köpfen der Fans Hochkonjunktur. “Von wo kommt der?” “Was hat der schon gerissen?” So, oder so ähnlich waren die noch freundlicheren Kommentare. Klar, die Position des zentralen Stürmers belasten Fans emotional mit Hoffnung auf Erfolg durch viele Tore. Da ist die Formel, bekannter Name entspricht einer Torgarantie, naheliegend. Als vor dem Kick die Aufstellung durchsickerte und Dursun in der Startelf zu finden war, war die Stimmung skeptisch bis neugierig. Wieder so eine neue Seite beim Dirk. Mussten doch früher frisch verpflichtete Kicker nicht nur abwarten, bis die Tinte unter dem Vertrag auch wirklich getrocknet war, sie mussten sich darüber hinaus in etlichen Trainingseinheiten anbieten.

Schuster begründete diese Entscheidung im Nachhinein mit “einem Bauchgefühl”. Mögen solche Bauchgefühle seine Wegbegleiter in der Saison sein! Dursun legte nämlich eine spektakuläre erste Partie hin. Derart spektakulär sogar, dass er die eigene Messlatte bereits sehr hoch gelegt hat. Dabei gelang ihm bei weitem noch nicht alles und an seine manchmal arg theatralische Art muss man sich auch gewöhnen. Aber alleine sein Siegtreffer war das Eintrittsgeld wert. Hervorragend durch die Tobi Kempe eingesetzt stürmte er alleine aufs Tor zu und umspielte den Paderborner Goalie mit gleich zwei Übersteigern. Eigentlich eine No Go Aktion im Profibereich, aber gerne genommen, wenn sie derart gekonnt vorgetragen wird.

Dursuns Leistung darf aber nicht nur auf diesen Roncalli Augenblick reduziert werden. Wie dem gesamten Team gelang ihm noch nicht alles, aber er bewies, dass er die Rolle des “Wandstürmers” ausfüllen kann - und mehr. Wir werden es hoffentlich erleben.

Das Debüt eines weiteren neuen Kickers viel eher unauffälliger aus und das im positivsten Sinn. Denn Marcel Franke wäre aufgefallen, hätte er einen Bock geschossen. So aber lieferte der Innenverteidiger eine fehlerfreie Partie ab und stabilisierte die Abwehr.

Der Anfang ist gemacht und das Resümee der Momentaufnahme erster Spieltag ist positiv, aber nicht euphorisch. Die Mannschaft ist auf den Punkt fit und scheint auch von der Spielidee für die Saison gerüstet. Und das bereits vor den letzte Verpflichtungen…
Allerdings weiß dieses Team auch noch nicht, was es zu leisten im Stand ist, wo die Grenzen sind. Aber das ist nunmal an einem ersten Spieltag so.

Fazit: Das hat Lust auf mehr gemacht

 

 

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