Donnerstag, 10 März 2016

Für den Klassenerhalt, für Jonathan Heimes...

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Bundesliga FC Augsburg Heimspiel Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 3290

#D98FCA #DIESERDORSCHT #SV98 #D98

Für den Klassenerhalt, für Jonathan Heimes...

Die Gefühlswelt der Liliengemeinde erlebt diese Woche so ziemlich alle Ups and Downs, die sie bieten kann. Negativer Höhepunkt ist das Ableben der Fanikone Jonathan "Johnny Comeback" Heimes. Nach 12 Jahren des Kampfes gegen den Krebs schlief er in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch friedlich ein. Nein, "Johnny" hat nicht verloren! Er wurde erlöst von einer heimtückischen Krankheit und wird uns allen als Held in Erinnerung bleiben, der niemals aufgegeben hat. Seine Haltung, sein Wille sollte uns Vorbild sein.

Jonathan Heimes - Bild: sv98.deJohnnys Motto, "Du musst kämpfen - es ist noch nichts verloren", hat unseren Verein geprägt. Es ist zu bezweifeln, dass der Erfolg der letzten Jahre in ähnlicher Form den SV98 ereilt hätte, wäre der Leitfaden nicht verinnerlicht worden. Johnny war Vorbild und mahnendes Beispiel zugleich, diese heimtückische Krankheit kann jeden treffen. Wie er aber mit diesem Schicksal umging, wie er den Kampf dagegen annahm zeigte vielen, wie klein die eigenen Probleme doch sein können und, was viel wichtiger ist, was der Wille bewegen kann. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass Johnny dem Verein ein Gen eingepflanzt hat, dem hoffentlich noch lange gedacht wird. 

Angesprochen auf das traurige Geschehen, rang Captain Sulu in einer kurzfristig anberaumten Video-PK um Worte. Aber er lies - ähnlich, wie Dirk Schuster auch – anklingen, dass das nächste Wunder Johnny Heimes gewidmet sein wird, das Wunder, dass da heißt: Klassenerhalt. So sehr die vorangegangenen Erfolge glänzen, der Erhalt der Klasse wäre es, was alles geleistete adelt. 


Um auch kommende Saison in der Beletage mitspielen zu dürfen fehlen allerdings noch ein paar Punkte. Vermutlich neun bis zehn. Das Unentschieden in Mainz, letzten Sonntag, lies die Lilien punktemäßig auf der Stelle treten. Es ist der anhaltenden Schwäche der Konkurrenz zu verdanken, dass der Abstand zur Zone des Grauens zunächst noch gewahrt werden konnte. Dabei zeigten die Lilien in Mainz alles andere als ein schlechtes Spiel. Eher im Gegenteil, die Art und Weise, wie die Hausherren bespielt wurden, war nicht der Auftritt eines potenziellen Absteigers. Und eigentlich wäre ein Dreier mehr als verdient gewesen. Vor allem, ab der 57.Minute, als Donati die Beherrschung verlor und gegen Sandro Wagner zweimal nachtrat, hätte der Kick zu Gunsten der Heiner kippen können, vielleicht sogar müssen. Donatis Ausraster wurde mit einer klaren Roten Karte belohnt und Dirks Eleven versuchte sich eine halbe Stunde lang im Überzahlspiel.

Versuchte, denn ein kontrolliertes Ausspielen der Überzahlsituation war zu selten zu sehen. Schuster bemängelte dies auch in der PK nach dem Spiel zurecht, denn ein Sieg war eigentlich im Bereich des Möglichen. Aber das Manko der Lilien, ein Spiel offensiv nur unzureichend gestalten zu können, wurde ersichtlich. Dabei hatte der Vordenker eine taktische Variante erdacht, die überraschte und gut umgesetzt wurde. Erstmals spielte Marcel Heller auf der zentralen Position, hinter den Spitzen und mit Tobias Kempe und Kocka Rausch besetzte er beide Außenpositionen gleichermaßen offensiv. Heraus kam ein frühes Angreifen der Hausherren. Mainz kam kaum dazu, ihr berüchtigtes, schnelles Passspiel von hinten heraus aufzuziehen. Die Lilien drückten dem Spiel das Tempo und die Marschrichtung auf. Selten hatte der FSV Mainz 05 dermaßen große Probleme ein Heimspiel zu gestalten. Aber, wie bereits erwähnt, den Heinern gelang es nicht, diese zunächst taktische, später dann nummerische Überlegenheit zählbar umzusetzen. So muss man letztendlich mit einem Punkt auf fremden Platz zufrieden sein. Immerhin ist der SV Darmstadt 98 weiterhin das drittbeste Auswärtsteam der Liga. Beeindruckend für einen Aufsteiger.

Gegen den FC Augsburg geht es am Samstag darum, die Heimbilanz aufzubessern. Erst sieben Punkte wurden vor heimischer Kulisse eingefahren. In dieser Wertung ist nur Hannover 96 schlechter als die Lilien. Kommt da die ebenfalls um den Klassenerhalt spielenden bayerischen Schwaben zum rechten Zeitpunkt? Zumindest wird dieses Duell auf einem frisch verlegten Rollrasen stattfinden. Hier wird es also wenig Kritikansätze geben, es sei denn, das holländische Gras entpuppt sich als minderwertig und bietet z.B. nicht genügend Halt. Angewachsen wird es wohl kaum sein, in der kurzen Zeit. Die Grasfachleute werden sich aber (hoffentlich) schon was gedacht haben.

Vielleicht ist es aber auch nur Aberglauben, der einen Sieg begünstigt. Das alte Grün sah zwar den Aufstieg in die Bundesliga, aber den letzten Sieg begünstigte es am 23.9.2015. Das ist fast ein halbes Jahr her. Übrigens war das das letzte Heimspiel, das Jonathan Heimes miterleben durfte. Alleine seinetwegen, um den sich vieles am Samstag drehen wird, wäre ein Heimsieg fast schon zwingend.

Fast zwingend wäre er aber auch aus sportlicher Sicht. Auch wenn Dirk Schuster stets betont, dass man keinerlei Druck spüre, so würden ein Sieg den nicht vorhandenen Druck spürbar nehmen. Das wären die Punkte 27 bis 29 und ein großer Schritt in Richtung "Wunder". Die Wahrscheinlichkeit, in dann noch sieben ausstehenden Partien die restlichen Punkte einzufahren ist relativ hoch. Aber der FC Augsburg ist keine Laufkundschaft, auch wenn sie punktgleich mit den Lilien um die Startgenehmigung der kommenden Saison kämpfen. Augsburgs Schwäche in dieser Saison erklärt sich wahrscheinlich durch eine lange Phase der Mehrfachbelastung. Erstmals trat der FCA international an und schaffte es immerhin in der Euro League bis in die erste Runde, wo man an Jürgen Klopps FC Liverpool nur denkbar knapp scheiterte. Ein einziges Tor, das an der Anfield Road erzielt wurde, reichte dem legendären FC Liverpool, um Augsburg in die Schranken zu weisen. Aber Augsburg wurde allenthalben anerkennend gelobt, schließlich hatte man gegen Liverpool nur ein Tor hinnehmen müssen und in der Vorrunde sich durchzusetzen.

Ein Grund für Augsburg Schwäche in der Bundesliga dürfte die Verletztenliste sein. Die ist lang und namhaft. Bobadilla, Feulner, Trochowski sind nur einige deren Absenz in wohl jedem Bundesligateam bemerkbar wäre. OK, außer vielleicht bei den Bayern. Insgesamt fehlen Trainer Weinzierl am Samstag acht Stammkräfte. Der FCA wird sich also als Überraschungspaket präsentieren. Ob sie allerdings die selben Stärken und Schwächen wie letzte Woche an den Tag legen? Da führten sie im Heimspiel gegen Leverkusen zur Halbzeit bereits mit 2:0, mussten sich aber mit einem torreichen 3:3 begnügen.

Ein Unentschieden würde zwar die Bundesliga Bilanz der Lilien gegen Augsburg auf ungeschlagen setzen, aber ein Teilerfolg könnte für Südhessens Stolz zu wenig sein. Es wird mal wieder Zeit für einen Heimsieg. Darauf, dass die unglaubliche Serie auf fremden Plätzen ungebremst anhält, sollte man sich nicht verlassen. Aber auch im Lager der blau-weißen sind Ausfälle zu beklagen. György Garics laboriert an einem Knieproblem, Jan Rosenthal zwickt es in der Achillesferse und DSE wird lange ausfallen Er zog sich diese Woche einen Bruch im Lendenwirbelbereich zu, schmerzhaft und langwierig. Man darf also gespannt sein, wie Dirk Schuster auf die Ausfälle reagiert. Wird er etwa wieder einen taktischen Kniff auf den frischen Bölle Rasen zaubern?

Das wird ne heiße Nummer am Samstag! Eine heiße Nummer, mit gedrückter Stimmung. Aber mal ehrlich, hätte Jonathan gewollt, dass wegen ihm das Bölle zum Deppressionszentrum wird? Sollte es eine Schweigeminute für Jonathan geben, feiert ihn. Folgt dem Beispiel der Engländer, spendet eine Minute ehrenden Beifall, anstatt in depressive Stille zu verfallen. Das wird dem Kämpfer Jonathan Heimes gerecht.

Sportlich sollte die Wiederholung des Erfolgs aus dem Hinspiel möglich sein. Für den Klassenerhalt, für Jonathan Heimes...

 

Liken & Teilen

Social Bookmarks

Previous/Next Link

Über den Autor

Joshi

Joshi

Admin der Seite

Hinterlasse einen Kommentar

Du kommentierst als Gast