Mittwoch, 22 August 2018

Erste Standortbestimmung

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Heimspiel MSV Duisburg Saison 2017-2018 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 607

#D98MSV

Erste Standortbestimmung

Die Lilien und die Zebras messen sich am Freitag zum 23.Mal. Dabei liefen sich beide Clubs von der Bundesliga, bis zur 3.Liga immer wieder über den Weg. Die mit Abstand meisten Duelle gab es dabei in der 2.Liga (16). Unangenehm ist aus Liliensicht, dass der MSV Duisburg in der Gesamtbilanz der Zweitliga-Duelle die Nase vorn hat. Bei vier Unentschieden gewannen die Meidericher sieben Spiele, die Heiner hingegen nur fünf. Aber das Aufbessern der historischen Bilanz wird am Freitag nur eine Nebenrolle spielen.

Vielmehr geht es für beide Teams darum, sich in der noch jungen Saison in der Tabelle zu positionieren. Und klar besitzen die bisherigen Ergebnisse aus zwei Ligaspielen und einem Pokalspiel wenig Aussagekraft. So könnte der MSV, der mit zwei Niederlagen in die Liga gestartet ist, mit einem Sieg die Lilien einholen. Diese wiederum könnten mit einem Erfolgserlebnis in Richtung oberes Tabellendrittel schielen. So ist das eben zu Beginn einer neuen Saison, nach oben und unten sind die Wege noch kurz.

Ein weiteres Merkmal dieser frühen Phase ist, dass die von einem Trainer gewählte Aufstellung unter Umständen ein Unikat bleibt. Bis Ende August, genauer, 31.August um 18:00 Uhr, können Spieler abgegeben und auch verpflichtet werden. Wie hier die Planungen der Meidericher aussehen ist nicht bekannt. Aber bei unserem Sportverein hoffen, nein, erwarten viele noch ein bis zwei Verstärkungen. Nach Möglichkeit solche, die die Qualität des Kaders anheben. Zumindest war dies der vor der Saison kommunizierte Anspruch. Die bisherigen Neuen müssen durch die Bank noch den Nachweis erbringen. Den besten Eindruck hinterließ bisher Marcel Franke. Ob Serdar Dursun den Ansprüchen gerecht wird kann trotz seines Traumeinstands gegen Paderborn noch nicht abschließend beurteilt werden. Tim Rieder und Sebastian Hertner eint, dass sie noch nicht all zu viel zeigen durften und über Marcel Heller muss nicht gesprochen werden. Wird er fit, wonach es beim Pokalkick in Magdeburg aussah, kann er ein Leistungsträger sein.

Eine große Auffälligkeit prägt die diesjährige Transferperiode, im Gegensatz zum letzten Jahr scheint der Geldbeutel der Lilien nicht prall gefüllt zu sein. Nur für MH20 wurde eine Ablöse in kolportierter Höhe von 350.000 € gezahlt. Ansonsten wurde ablösefrei verpflichtet oder gar Leihgeschäfte angeschlossen. Hoffen wir mal, dass diese untypische Vorgehensweise so beabsichtigt ist und nicht der Verteuerung des Stadionbaus oder den nicht gekündigten Arbeitsverträgen der Vergangenheit geschuldet ist. Zumindest gibt es da noch einige Fälle, die bisher noch nicht als gekündigt verkündet wurden.

Festhalten kann man derzeit nur, dass die angekündigte Anhebung des Niveaus bisher nicht offensichtlich stattgefunden hat. Schuster schielt bekanntermaßen immer auf Spieler, die potenziell in die Bundesliga gehören, aber aus irgendeinem Grund durchs Raster fallen. Bisher aber wurden fast ausschließlich mehr oder weniger gestandene Zweitligaspieler unter Vertrag genommen. Entweder glaubt Schuster, dass er diese Kicker noch formen und entwickeln kann, oder die Ansprüche wurden hinter den Kulissen drastisch zurückgeschraubt. Ob das für eine sorgenfreie Saison reichen wird hängt auch davon ab, welche Last-Minute Verpflichtungen noch realisiert werden können.

Und es hängt davon ab, wie der Vordenker an der Seitenlinie sein Team ins Rollen bekommt. Nach einer traditionell frühen und intensiven Vorbereitung zeigt sich das Team in jeder Beziehung fit. Unübersehbar aber waren die spielerischen Defizite. Dass noch nicht alle Automatismen sitzen können ist logisch, trotzdem war bisher die Quote der “unforced Errors” zu hoch. Vielleicht war hier die zweite Halbzeit ein Fingerzeig in eine spielerisch bessere Zukunft, als die Heiner die Spielgestaltung fest in der Hand hatten und in ziemlich abgezockter Weise die Führung über die Zeit brachten.

Sicherlich wird den Lilien von Duisburg nicht weniger abverlangt werden, als im Hexenkessel zu Magdeburg. Die Gäste werden alles daransetzen, nach zwei Niederlagen das erste Erfolgserlebnis feiern zu dürfen. Voraussetzung hierzu wäre allerdings, dass sie ihr erstes Tor in der Liga erzielen. Ein Ziel, dass die Lilien bereits am ersten Spieltag erledigten. Allerdings ist dieser erste Treffer bisher auch der einzige. Bei allen bisherigen Pflichtspielen klemmte es bei den Heinern wenn es darum ging, das Spiel zwingend und mit Überraschungen versehen vor Tor des Gegners zu verlagern. Außer vielleicht in der zweiten Halbzeit in Magdeburg, hier fehlte “nur” die viel berufene Kaltschnäuzigkeit. Oder eben die beschriebene Feinabstimmung.

Es wird am Freitag zu einer ersten Standortbestimmung kommen, allerdings ohne die noch zu verpflichtenden Kicker. Trotzdem wird diese Härteprüfung ein Fingerzeig für die nähere Zukunft sein. Leider räumt der Profifußball keine Schonungsphase von ein paar Spieltagen ein. Es gilt, von Anfang an.

 

 

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