Samstag, 17 Mai 2014

Der verlorene Artikel

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Arminia Bielefeld Relegation Saison 2013 _ 2014 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 886

Der verlorene Artikel

Ausgerechnet nach dem Hinspiel in der Relegation der 2.Liga, gegen Arminia Bielefeld, gab es Softwareprobleme auf unserem Server, so dass dieser Artikel niemals veröffentlicht wurde. Nun, da der Server wieder ohne Problem läuft, stelle ich den Artikel in seiner ersten, rohen Form online...

„Man sollte uns erst abschreiben wenn wir unter der Dusche sind“

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Jetzt braucht´s ein echtes Wunder, um das Wunder wahr werden zu lassen. 3  Gegentore auf eigenem Acker ist schon eine Menge und hätte Milan Ivana nicht zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzt, könnte man in Bezug auf Montag von einer Mission Impossible reden. So aber lebt, gar nicht mal unberechtigt, ein Funken Hoffnung auf die Unberechenbarkeit des Fußballs.

Und auf die Lernfähigkeit des Teams von Dirk Schuster. Jetzt kennt man die Gangart des Kontrahenten, jetzt hat man die körperliche Präsenz eines Zweitligisten körperlich erfahren. Denn die entscheidende Phase des Spiels lag in der 1.Halbzeit, zwischen der 22. und 33. Minute, als die Gäste zwei Treffer erzielten. Der Erste war ein Fernschuss, den der Absender (Müller) auch nicht alle Tage so macht, dem Zweiten ging ein kapitaler Fehler von Jan Zimmermann voraus, der nie und nimmer aus seinem Tor rausstürmen musste.

Bis zum Augenblick des müllerschen Glücksstreffers (OK, technisch wars schon gut gemacht) egalisierten sich beide Teams. Die Spielsysteme ähnelten sich blaupausenartig, ohne dass sich hüben, wie drüben Torchancen boten. Der Gründe, warum die Hausherren nicht zu zwingenden Chancen kamen und warum der (noch) Zweitligist zur Halbzeit klar in Führung lag, gibt es viele.
Die spielentscheidenden 11 Minuten charakterisierte Dirk Schuster später als „naiv“. Da spielte wohl bei einigen der Kopf nicht richtig mit. Dauerläufer Marcel Heller zum Beispiel wirkte, als stünde er komplett neben sich und blieb folgerichtig zur Pause in der Kabine. Aber an ihm alleine lag es natürlich nicht. Vielmehr lag der entscheiden Schlüssel zur Niederlage in Bielefelds höherer Präsenz im Mittelfeld und an einem stark aufspielenden Klos. In beiden Fällen wünschte sich der Lilienfan, dass das eigene Team der Robustheit etwas rustikal körperlicher entgegnet.

Lilienchancen im ersten Durchgang? Eine! Kurz vor dem Pausenpfiff setzte Marco Sailer DSE vorbildlich in Szene, der aber ungewohnt unpräzise den Ball über das Tor schoss. Aber, Momemt mal? Marco Sailer? Sollte der nicht eigentlich verletzt auf der Tribüne sitzen? Tat er nicht. Wie viele es gehofft und wenige es vermutet hatten, war „Toni“ zu diesem Spiel wieder fit – wenigstens für 70 Minuten. Ob nun medizinisches Wunder oder taktisches Geplänkel bleibt dahingestellt, Fakt ist: er bestätigte, warum er so wichtig für das Team ist. Sailer stellte die 2.Liga gestählte Abwehr immer wieder vor Probleme. So auch, als er per schönem Hackentrick Milan Ivanas Anschlusstreffer vorbereitete. Dass nicht mehr heraussprang, lag vor allem daran, dass Arminia das Spielsystem der Lilien gut analysiert hatte. Wichtige Schlüsselspieler konnten aus dem Spiel genommen werden. Michael Stegmayer wurde defensivgebunden, so dass Milana die linke Seite alleine bearbeiten musste. Das Mittelfeld um Jerome Gondorf wurde derart eng gemacht, dass die Lilien fast schon gezwungen waren mit langen Bällen zu operieren. Allerdings war DSE als Anspielstation derart zugestellt, dass dieses Spielmittel nicht wirklich stach.

Das fast schon alles entscheidende 1:3, in der 65. Minute durch Hille, wäre in einem Ligaspiel nicht mehr weiter tragisch gewesen. In der Arithmetik der Relegation allerdings dampft dieser Treffer die Chancen auf Liga 2 auf ein Minimum ein. Die Heiner benötigen nun ein 0:3 oder 1:4 Sieg, oder jedes Ergebnis, dass einen 3 Tore Vorsprung zu Gunsten der Lilien ausweist. Unmöglich? Nein! Schwer? Ja! Sehr schwer sogar. Aber im Fußball gabes schon so manches wundersame Ergebnis.

Und genau hier sollten die Hoffnungen der Lilienfans ansetzen. So groß, wie es das Ergebnis erscheinen lässt, war der Unterschied zwischen Kontrahenten nicht. Captain Sulu verweist berechtigt darauf hin, dass es genügend Situationen gab, die mit etwas mehr Glück den Spielverlauf auch in eine andere Richtung hätten lenken können. Faktisch hat Bielefeld zwei Tore erzielt, die man als Fan nicht alle Tage sieht und als Fußballer nicht alle Tage erzielt. Hinzu kommt ein Treffer, den die Lilien durch einen unforced Error begünstigten. Dem gegenüber steht ein blitzsauber herausgespieltes Tor.

Der Ausblick aufs Rückspiel ist, Euphorie befreit, geprägt von Hoffnung. Alle Fußball-Weisheiten, die von der Minimalchance handeln, können bemüht werden. Aber viel mehr wiegt, dass sich Dirks Eleven bisher als charakterstark präsentierte. Der Schlüssel zum Wunder, das das Wunder ermöglichen kann, liegt in den am Freitag gespielten 90 Minuten und zwar bis zur 22. und ab der 33. Minute. Außer in diesen verteufelten 11 Minuten war der Abstand beider Teams nicht bedeutend. Man darf mit vorsichtiger Zuversicht nach Bielefeld fahren, wenn man in Betracht zieht, dass jeder der eingesetzten Lilien-Akteure durchaus noch in der Lage ist, ein paar Prozente an Mehrleistung abzurufen. Alleine die Anzahl der zu schießenden Treffer bereitet Kopfschmerzen.

Aber was soll´s, die Chance ist klein – ergreifen wir sie...        


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