Freitag, 22 Januar 2016

Der Kampf geht weiter *

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Auswärtsspiel Bundesliga Hannover 96 Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1139

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Der Kampf geht weiter *

Kurz war sie, die Winterpause. Für Dirk Schuster eventuell sogar zu kurz. Denn das Trainingslager in der Türkei stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Wetterkapriolen, Verletzungen und eine Abreise aus persönlichen Gründen erschwerten das dringend nötige Einstudieren von Spielvarianten. Und auch in Sachen Verstärkung konnte am Böllenfalltor, im Gegensatz zur Konkurrenz, noch kein Vollzug gemeldet werden. Der Auftakt der Rückrunde fühlt sich als höhere Hürde an, als der Beginn der Saison.

Gegner Hannover 96, auf den die Heiner bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit treffen, hat an so ziemlich allen sportlichen Stellschrauben gedreht, die es gibt. Trainer – oder besser Ex-Trainer – Michael Frontzeck räumte seinen Spind, um ihn an Thomas Schaaf zu übergeben. Schaaf analysierte den Kader, reklamierte beim Vereinschef Martin Kind und ging dann auf Einkaufstour. Zurück kam er mit einem prall gefüllten Einkaufskorb, der einige Millionen wert sein dürfte. Adam Szalai, Hugo Almeida, Iver Fossum (Strömsgodest IF/Norwegen), Marius Wolf und Hotaru Yamaguchi (Cerezo Osaka) sollen dafür sorgen, dass die miese Vorrunde wieder wett gemacht wird.

An der Leine kann man auch nicht zufrieden sein mit Platz 17, bei gerade mal 14 Punkten. Für so eine Bilanz steckt im Kader „zu viel Qualität“, wie es die Fachleute gerne ausdrücken. Heißt das: Zu viel Kapitalbindung in Form überbezahlter Verträge, oder tatsächlich schlummerndes, nicht gewecktes Potenzial, das fragt sich der Beobachter. Immerhin wollte man in Niedersachsens Hauptstadt nach der last Second Rettung in der Vorsaison diese eine ruhigere verbringen. Keine Abstiegssorgen, hatte man sich auf die Fahnen geschrieben.

Nun wurde also die Notbremse gezogen und von Schaaf wird im ersten Punktspiel des Jahres ein Sieg erwartet. Fraglich dürfte bei allen guten Vorsätzen sein, ob und wie Schaaf es in der zur Verfügung stehenden Zeit geschafft hat, ein funktionierendes Kollektiv zu formen. Bei allem Respekt vor den Namen und der damit einhergehenden Erfahrung, wenn der neue Übungsleiter der „Roten“, wie sie auch genannt werden, es nicht schafft, ein Team auf den Platz zu bringen wird das Unterfangen Klassenerhalt schwer. Sehr schwer sogar, auch am Samstag im Kick gegen unseren Sportverein.

Mit der Problematik, neue Spieler ins Kollektiv einzubinden, muss sich Dirk Schuster derzeit nicht beschäftigen. Vielmehr werden seine Gedanken um die Frage kreisen, wie das vorhandene Team gefestigt werden kann. Die letzte (unnötige) Niederlage in Gladbach hat Spuren hinterlassen. Schuster beschäftigte sich in seiner Halbjahresbilanz mit den Fehlerquellen und kam zu zwei Schlüssen: Die linke Abwehrseite ist eine Achillesferse seines Systems und die Offensive lässt Effizienz vermissen.

Ersteres versucht der Erfolgscoach der Lilien intern zu lösen. Luca Caldirola soll aus der Innenverteidigung auf links wechseln und die vakante Position an Captain Sulus Seite wird mit Slobodan Rajkovic besetzt. Das klingt nach einer plausiblen Lösung, die sicherlich versucht werden sollte. Die Viererkette Garics – Sulu – Rajkovic – Caldirola klingt nach dem, was Schuster vorschwebt: „Wir wollen weiterhin eklig sein“.

In vorderster Front wiegen die Probleme der Lilien derzeit schwerer. Sandro Wagner und Marcel Heller konnten die Vorbereitung wegen Verletzung oder Erkrankung nur punktuell mitmachen. Jan Rosenthal musste aus familiären Gründen das Trainingslager verlassen und DSE, der ehemalige Torgarant, scheint die Hürden der 1. Liga nicht meistern zu können. Personelle Verstärkung für die Abteilung Attacke ist derzeit allenfalls in der Gerüchteküche ein Thema. Konkretes gibt es (noch?) nicht zu vermelden.

Dabei wird man beim Sportverein nicht um Verstärkungen herum kommen. Die Eliteliga scheint nicht aus zwei Saisonhälften, sondern aus zwei Saisons, in denen die Karten jeweils neu gemischt werden zu bestehen. Wenn man die Transferaktivitäten der Konkurrenz sieht, kann es einem schwindelig werden. Auch mit vergleichsweise eingeschränkten Mitteln, sind die Lilien schon fast gezwungen, mit zu ziehen. Zumindest, wenn man sich nicht vorwerfen lassen will, fahrlässig den Klassenerhalt aufs Spiel zu setzen Aber, noch ist das Fenster der Transferperiode II geöffnet und Schuster ist bekannt für sein glückliches Händchen.

Dass die Liga die Lilien mittlerweile kennt und Schuster den Gegner wohl mit keiner Überraschung konfrontieren kann, mag am Samstag Fluch und Segen zugleich sein. Vorteil Lilien: Man muss sich nur auf seine eigenen Stärken konzentrieren. Nachteil Lilien: Genau das kennt der Gegner.

Wie stehen die Chancen der Heiner am Samstag? Diese Frage kann nicht seriös beantwortet werden. Nur so viel steht fest: Wenn, wie im Hinspiel, am Ende ein Unentschieden herausspringt, das auch Dirk Schuster als Ziel ausgegeben hat, ist alles in Ordnung...


* „Der Kampf geht weiter“ ist ein legendäres Zitat der Fanlegende „The Hound“

 

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