Montag, 14 März 2016

Der Fluch der 2.Halbzeit

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Bundesliga FC Augsburg Heimspiel Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1987

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Der Fluch der 2.Halbzeit

Für fast alle stand fest: Der Buhmann war Schiedsrichter Dankert, er hat den Lilien zwei Punkte geklaut. Zweifelsohne war der Elfmeterpfiff eine klare Fehlentscheidung. Geradezu fatal wird die Entscheidung wenn man sich vor Augen führt, dass das Lilien Bollwerk vielleicht noch 4 Minuten hätte standhalten müssen. Selbst Dirk Schuster sprach nach dem Spiel von einer Benachteiligung, die er in Zusammenhang mit anderen in den vorausgegangenen Spielen setzte. Dankert hatte also in schlechtester Manier in das Spielgeschehen eingegriffen – so die einhellige Meinung im blau weißen Lager. Reicht dieser simple Erklärungsversuch, um den Verlust von zwei weiteren, sicher geglaubter Punkte zu erklären?

Nein! Dankert hatte zuvor den FCA deutlich benachteiligt, indem er einem regulärem Kopfballtreffer von Caiuby die Anerkennung verweigerte (77.). Warum er dies tat bleibt auf ewig sein Geheimnis, ebenso wie der Beweggrund, in der 89.Minute den Augsburgern einen Strafstoß zuzusprechen. Der Fußball kennt keine Konzessionsentscheidungen. Dankerts Handeln lässt aber vermuten, dass er genau dies tat, er revidierte eine Fehlentscheidung mit einer anderen. Daran gibt es nichts zu beschönigen.

Ebenso wenig gibt es etwas an der zweiten Halbzeit der Heiner zu beschönigen. Sie verspielten den komfortablen 2:0 Vorsprung, der einer starken 1.Halbzeit zu verdanken war. Ab der 46.Minute war wenig zu sehen von der Stärke, die sich in der Halbzeitführung spiegelte (Tore: Vrancic, 12. und Wagner, 40.). Auf die taktische Umstellung, die Augsburgs Trainer Weinzierl seiner Truppe verordnet hatte, fanden die Lilien keine Antwort. Im Gegenteil, spätestens als Weinzierl in der 54.Minute mit einem Doppelwechsel zum Generalangriff blies, war von der Lilienherrlichkeit der ersten 45 Minuten nichts mehr zu sehen. Folgerichtig erzielte Feulner mit einem beherzten Distanzschuss den Anschluss (63.). Die Gegenwehr der Hausherren reduzierte sich auf reagieren, statt agieren. Beleg hierfür: Der gefährlichste Schuss aufs Augsburger Tor wurde vom eingewechselten Fabian Holland in der Nachspielzeit abgegeben. Leider traf er aus spitzem Winkel nur die Latte.

Holland war in der 88.Minute für Tobias Kempe ins Spiel gekommen. Zuvor hatte Schuster bereits Gorka für Vrancic (81.) und Sirigu für den angeschlagenen Niemeyer (71.) gebracht. Darmstadts Erfolgstrainer reagierte auf seinen Gegenüber mit Stärkung der Defensive. Der Vorsprung sollte über die Zeit gebracht werden. Die Frage, ob dies die adäquate Reaktion war, darf gestellt werden. Denn das Mittelfeld wurde aufgegeben und den Gästen überlassen. Zwar nicht kampflos, dies wäre nicht gemäß dem Charakter des Teams, aber immerhin in der Form preisgegeben, dass Augsburg in keiner Form mehr in der Defensive beschäftigt wurde. Ob dies ein Coaching-Fehler war, mögen die Trainer unter euch entscheiden. Zumindest half es dem Spielverlauf in keiner Form. Die blau-weiße Defensive hatte eine Halbzeit lang Schwerstarbeit zu verrichten. In seltenen Fällen geht so etwas gut.

Und man kann trefflich darüber philosophieren, ob dieses Team auf dem Niveau der Beletage überhaupt in der Lage ist ein Halbzeitergebnis zu verwalten. Die Statistik zumindest stellt ein eindeutiges Zeugnis aus. Würde ein Fußballspiel nur 45 Minuten dauern, wären die Lilien 5. des Tableaus, mit satten 42 Punkten, bei 11 Siegen und 9 Unentschieden. Gänzlich anders sieht die Einzelwertung des zweiten Durchgangs aus: 17.Platz, bei 4 Siegen, aber 14 Niederlagen, bei 20 Punkten. Man kann Statistiken natürlich stets unterschiedlich deuten. Aber deiser Trend ist eindeutig, im Saisonverlauf war bisher die zweite Halbzeit punktemäßig teuer.

Wie dies zu erklären ist können wir an dieser Stelle nicht auflösen. Für den Laien macht das Team nicht den Eindruck, dass es nicht fit wäre. Konzentrationsmängel oder gar Konditionsmängel können wohl ausgeschlossen werden. Sind etwa höhere Mächte am Werk? Oder ist dies ein psychisches Manko, weil eine gewisse Verkrampfung auftritt, weil man den Erfolg über die Runden bringen will?

Viele Fragen, die den Endspurt um den Klassenerhalt zu einer nervenzerreißenden Angelegenheit werden lässt...

 

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