Mittwoch, 02 August 2017

Date mit dem Ex

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 1_FC Kaiserslautern 2_Bundesliga Auswärtsspiel Saison 2017-2018 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1896

#FCKD98

Date mit dem Ex

Wahrscheinlich dachten sich die Spielplanmacher:”Bringen wir das schnell hinter uns”, als sie das Aufeinandertreffen der Lilien mit Norbert Meier und seinem 1. FC Kaiserslautern auf den zweiten Spieltag legten. Man denke sich nur, diese Partie wäre in einer entscheidenden Saisonphase. Die Emotionen der Fans wären sicherlich noch schlechter in Zaum zu halten, als sie es ohnehin schon sind. Norbert Meier wird in Südhessen, gemeinsam mit seinem damaligen Vorgesetzten Holger Fach, als der maßgeblich Verantwortliche für die verkorkste letzte Saison angesehen.

Man muss Meier zugutehalten, dass er bei seinem Amtsantritt am 1.Juli letzten Jahres einen SV98 vorfand, der aufgrund des überstürzten Abgangs von Dirk Schuster (jetzt arbeitslos) traumatisiert in den Seilen hing. Keiner empfand noch Freude über den geglückten Klassenerhalt. Vielmehr beherrschte Ratlosigkeit den Verein. War doch mit dem Vater des Erfolges der letzten Jahre mehr als nur ein Trainer gegangen. Es war ein komplettes System, das sich da in einer Nacht und Nebel Aktion gen Augsburg verabschiedet hatte.

Als Verhängnisvoll sollte es sich herausstellen, den vollkommen überforderten Holger Fach in die Position des Sportmanagers zu hieven. Seine Entscheidung, Langzeit Spezi Norbert Meier als Cheftrainer zu verpflichten, sorgte schon initial rund ums Altehrwürdige für Unverständnis. War doch Meier den Lilienfans als der Verlierer der Relegation in Erinnerung geblieben. Dass er nebenbei in der Vergangenheit auch noch beachtliche Erfolge verbuchen konnte geriet zur Nebensache.

Scheinbar auch bei der Mannschaft des SV98. Erinnern wir uns an das letztjährige Trainingslager zurück, als gleich am ersten Tag Slobodan Rajkovic sich äußerst unprofihaft in sein Zimmer einschloss, um einen Vereinswechsel zu provozieren. Oder denken wir daran, dass Aytac Sulu und Marcel Heller plötzlich den Verein um Freigabe baten. Dies alles waren erste Anzeichen dafür, dass es im Innenverhältnis Meier / Team ebenfalls knirschte.

Aus heutiger Sicht ist es müßig, darüber zu philosophieren, ob Meiers Demissionierung (5.12.) zu spät kam. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Lilien bereits ziemlich abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch wenn Holger Fach selbst zu diesem Zeitpunkt noch den Standpunkt vertrat, dass alles in Ordnung sei. Bemerkenswert hierbei ist, dass er später, genauer im Januar, bei Eurosport die steile These vertrat, dass der Kader der Lilien falsch zusammengestellt sei. Aha!

Mit Grausen denkt man an den Herbst letzten Jahres zurück, die Leistungen des Teams spiegelten die Stimmung rund um den Verein wider. Wie anders präsentieren sich die Boys in blue unter Torsten Frings Ägide. Aber - und das darf nicht vergessen werden - Frings konnte den Abstieg nicht mehr verhindern und steht nun in dieser Saison auf dem Prüfstand. Zumal er der “Vater” der neuen Mannschaft ist. Erfrischend ehrlich bewertete er den ersten Auftritt seines Ensembles. Keinerlei Versuch etwas schönzureden oder zu relativieren. Geradeaus diktierte er der Presse in die Notizblöcke, dass es noch einiges zu verbessern gilt. Verständlich, dass er sich aber zufrieden mit knappen Sieg gegen Greuther-Fürth gab.

Anders sein Gegenüber kommenden Freitag. Meyer geriet mit seinen “Teufeln” in Nürnberg mit 3:0 unter die Räder. Großen Anteil an dem Debakel hatte dabei Goalie Müller, der sich mit zwei Patzern, die zu Toren führten, die Kicker Note 6 einhandelte. Aber man gibt sich in der Pfalz gelassen. “Abgehakt” sei der schlechte Auftritt an der Noris und man signalisiert in Richtung Südhessen, dass man auf Wiedergutmachung aus sei. Meier wird dabei aber die personelle Situation einige Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Patrick Ziegler, Modica, Marcel Correia, Gervane Kastaneer und Kacper Przybylko sind angeschlagen oder verletzt. Lukas Görtler möchte den Verein verlassen und wird schon gar nicht mehr berücksichtigt. Wiedergutmachung mit Hindernissen also. Aber wir alle wissen, dass ein Flutlichtspiel am Betzenberg alles andere als ein normales Fußballspiel ist.

Auf diese spezielle Atmosphäre freut sich auch die Darmstädter Delegation. Torsten Frings lies schon mal wissen, dass er eine besonders hitzige Partie unter echter Bundesliga Atmosphäre erwarte. Und die erfahrenen Spieler, für die sich Peter Niemeyer wohl stellvertretend äußerte, freuen sich auf den Kick. Wie auch schon am ersten Spieltag kann das Trainerteam auf fast den kompletten Kader zurückgreifen. Fast, weil Jan Rosenthal noch verletzt ist. Im Vergleich zu den Teufeln ist dies schon fast ein Luxusproblem, wenn man aus den Vollen schöpfen kann.

Auf dem Papier gehen die Heiner als Favorit ins Spiel. Sie kommen mit gestärktem Selbstbewusstsein in die Pfalz und verfügen über jede Menge Erfahrung im Kader. Es wird spannend zu beobachten, ob Frings die Mannschaft verändert, personell und taktisch. Eins dürfte hingegen klar sein, auch wenn es keiner offen zugibt, die Lilien werden alles daran setzen, den Ex schlecht aussehen zu lassen.

 

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