Montag, 18 September 2017

Blau-weiße Achterbahn

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Arminia Bilefeld Heimspiel Saison 2017-2018 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 977

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Blau-weiße Achterbahn

Heimspiele des SV98 nehmen den geneigten Fan derzeit mit auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen. War gegen Bochum die erste Halbzeit herausragend, dafür der zweite Durchgang schlecht, präsentierten die Lilien gegen Bielefeld eine schwächere erste und eine sehr gute zweite. Dabei bewiesen das Team von der Alm, als auch die Heiner, dass sie gegeneinander wohl kaum mehr ein normales Fußballspiel führen können.

Als alle den finalen Pfiff des schwachen Schiedsrichters Badstübner erwarteten und als der SV98 die Möglichkeit zum 5:2 vergeben hatte, schlug die Stunde des Bielefelder Stürmers Brandy. Er erzielte quasi mit dem Abpfiff das letzte Tor des Tages, zum Endstand von 4:3. Ihm gelang das Tor, dass vor etwas mehr als drei Jahren schmerzhaft und teuer für die Lilien gewesen wäre. So war es “nur” ein Gegentor, das (im Moment) “nur” statistischen Wert hat. Torsten Frings dürfte die Situation, die zum Tor führte, allerdings noch für etwas Gesprächsbedarf sorgen, denn der Torschütze, der zum Glück 3 Jahre zu spät traf, stand alleingelassen vor dem leeren Tor.

Aber auch die vorangegangenen Gegentreffer, die allesamt in der ersten Halbzeit fielen, dürften noch Thema intensivster Besprechungen werden. In den ersten 45 Minuten litten Frings Eleven sichtlich noch unter dem “Bochum-Syndrom”. In der Defensive waren die Abstände zu den Kontrahenten zu groß, der ballführende Armine wurde zu spät gestört und in der Vorwärtsbewegung war der SV98 zu behäbig, weil offensichtlich bemüht, Fehler zu vermeiden. Natürlich war das Resultat, dass genau diese Fehler sich zu häufig einschlichen.
Nach den ersten dreißig Minuten glaubte wohl jeder, dass dies ein ganz zäher Kick werden würde.

Aber weit gefehlt. Das 0:1 durch Voglsammer war der Startschuss zu einem Torreigen, den man in dieser Form selten erlebt. Denn die Lilien antworteten auf die direkteste Art, die der Fußball bietet. Vom Anstoß weg fand der Ball den denkbar fast kürzesten Weg zu Kevin Großkreutz, der Ortega-Moreno umkurvte und in aller Seelenruhe das Spiel wieder auf den Ausgangspunkt stellte. Großkreutz bewies dabei, dass er mit feiner Technik und Ballbeherrschung gesegnet ist. So leicht das Tor auch aussah, so anspruchsvoll war es doch. Eine Parallele zu Kevins zweiten Tor an diesem Tag, als er in der 64. Minute mit dem 3:2 für die erstmalige Führung der Lilien an diesem Tag sorgte. Auch hier lies er seine Fähigkeiten aufblitzen. Zurecht wurde er nach dem Kick zum Spieler des Spiels gekürt.

Das mag jetzt nach der Großkreutz Show klingen, aber auch andere Spieler in blau-weiß schrieben ihre persönliche Geschichte während dieses Kicks. Immanuel Höhn zum Beispiel, der zusammen mit Sandro Sirigu Bielefelds Klos nicht am Torerfolg hindern konnte (35.). Höhn war es später, der das 2:2 per Kopf erzielte (53.). Und auch Sandro Sirigu ließ sich nicht lumpen und steuerte eine präzise Flanke bei, die Artur Sobiech zum vorentscheidenden 4:2 verwertete (84.) Im sechsten Spiel das erste Stürmertor. Sicherlich auch eine Folge dessen, dass mit Felix Platte im zweiten Durchgang ein zweiter Stürmer die Ostwestfalen beschäftigte.
Platte war zur Halbzeit für Marvin Mehlem ins Spiel gekommen, ebenso wie Wilson Kamavuaka für Romuald Lacazette. Ob Frings dabei die nicht überzeugenden Leistungen im ersten Durchgang oder eine Systemänderung zu diesem Schritt bewegten ist nicht überliefert. Zumindest aber zeigten die Hausherren eine Leistungssteigerung, die einmal mehr zeigte, dass sie in der Lage sind, jeden Gegner dieser Liga zu dominieren. Allerdings bedarf es dabei der Tugenden, die Torsten Frings nicht müde wird mehr oder weniger direkt einzufordern. Das Kollektiv muss ständig alles abrufen, um erfolgreich zu sein. Bielefelds Trainer Jeff Saibene machte allerdings die zweifelsohne vorhandene individuelle Klasse der Lilienkicker als Hauptursache für die Niederlage aus.

Die Leistungskurve des SV98 zeigt wieder etwas deutlicher nach oben. Und auch, wenn viele es nicht wahrhaben wollen, der Sieg gegen starke Bielefelder ist ein Fingerzeig. Arminia war seit langer Zeit auf fremden Platz unbesiegt und präsentierte sich als spielstarker, selbstbewusster Kontrahent. Sie mussten sich aber einem SV98 geschlagen geben, der noch nicht stabilisiert ist und, der sich scheinbar noch nicht der eigenen Stärke vollumfänglich bewusst ist. .

 

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