Samstag, 29 November 2014

Blau weiß – blau weiß = 0:0

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Aufrufe: 868

Christian Mathenia sichert den Punkt

Blau weiß – blau weiß = 0:0

_Nach dem Schlusspfiff war Christian Mathenia der gefeierte Mann. Zum ersten Mal in dieser Saison war der Liliengoalie so richtig gefordert. Er bestand alle Prüfungen glänzend. Und, was zu diesem Zeitpunkt keiner wusste, seine Glanzparade in der 26.Minute, die das Prädikat Weltklasse verdient hat, war ausschlaggebend für den letztendlichen Punktgewinn. Torchancen waren Mangelware in diesem Derby, das zwei Teams sah, die sich nahezu komplett egalisierten. So steht der fast hundertprozentigem Chance der Karlsruher auch nur eine Lilienchance ähnlicher Güte gegenüber. Milan Ivana verzog in der 52.Minute denkbar knapp.

Weitere Großchancen? Hüben wie drüben Fehlanzeige. Vielversprechende Gelegenheiten, die zu Chancen hätten werden können waren das höchste der Gefühle. Insgesamt ein Kick, der aufgrund seiner taktischen Disziplin beide Trainer zufriedenstellen wird. Das zahlende Publikum durfte sich dafür an verbissenen Zweikämpfen und leidenschaftlichem Einsatz der Lilien erfreuen.

Ohnehin ist die Einsatzbereitschaft des Schuster Teams die große Stärke, die selbst an Tagen, an denen es spielerisch nicht läuft, zumindest einen Punkt wert ist. Denn spielerisch lief am Freitagabend wenig zusammen. DSE spielte eine seiner schwächeren Begegnungen und im Mittelfeld war die Anzahl der selbstverschuldeten Ballverluste an diesem Abend ungewohnt hoch. Ob dies alles dem Fehlen Marcel Hellers zuzuschreiben ist? Oder waren die Badenser einfach der erste Gegner, der das Liliensystem nachhaltig stören konnte, weil sie es selbst (fast identisch) pflegen.

Wahrscheinlich weil im Mittelfeld keiner der Kontrahenten ein Übergewicht aufbauen konnte, wurde von beiden Teams in erstaunlicher Häufigkeit das Stilmittel des „Langholz“ (wie es Fußballer nennen) bemüht. Lang und hoch, um den freien Raum zu suchen. Selten habe ich ein Fußballspiel gesehen in dem der Ball derart viel Flugzeit sammeln konnte. So mancher einheimische Singvogel bringt es auf weniger Flugmeter in 90 Minuten.

Dirk Schuster ist sich der Wirkung, die das Spiel auf die supportende Audienz hatte voll bewusst. „Das war sicherlich kein fußballerischer Leckerbissen, aber taktisch ein Spiel auf hohem Niveau.“, bemerkte er in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Und was hat er mal wieder? Recht! Denn auch dieser Punkt ist dem SV98 nicht mehr zu nehmen und er hält die Lilien weiter in beruhigender Entfernung zu den Abstiegsplätzen. Und als Fußballlehrer wird es ihm nicht entgangen sein, dass seine Kicker an diesem frühwinterlichen Abend eine weitere Lektion erfolgreich gemeistert haben. Fast 20 Minuten mussten die Hausherren sich in Unterzahl den Angriffen des KSC entgegenstemmen. Jerome Gondorf sah in der 74.Minute zum zweiten Mal den Gelben Karton. Bei aller berechtigten Kritik am erneut schwachen Schiedsrichter Benjamin Cortus, dies Rausstellung geht in Ordnung. Die erste Verwarnung war gerechtfertigt und die zweite wurde auf Sport1 mit dem lapidaren Satz, „wegen Dummheit gehört ihm dafür die Karte“, kommentiert. Kann man so stehen lassen, ein Textilvergehen, unmittelbar hinter der Mittellinie ist ungeschickt. Vielleicht aber mit Übermotivation zu erklären. Gondorf war vielleicht gegen den Verein seiner Jugend etwas übereifrig.

So trübe die Betrachtung des Spiels klingen mag, so glänzend ist aber das Ergebnis, vor allem in Summe aller Spiele. Die Lilien reden weiterhin bei der Vergabe der Spitzenplätze ein gewaltiges Wörtchen mit. Auch wenn am Bölle das Thema Aufstiegsplätze verschämt negiert wird, so gehören sie doch zu den Aspiranten über die der Weg in die Beletage führt. Wer die Freude der Karlsruher gesehen hat, weiß, dass diese Punkteteilung für sie ein Bigpoint war, ähnlich, wie es den Heinern vor Wochenfrist auf dem Betzenberg erging.

 

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