Donnerstag, 10 August 2017

Berlin, Berlin, wir fahren nach … Regensburg

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 1_Runde Auswärtsspiel DFB Pokal SSV Jahn Regensburg SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1012

#SSVD98 #DFBPOKAL

Berlin, Berlin, wir fahren nach … Regensburg

Undankbarer hätte es den SV98 in der ersten Pokalrunde des DFB-Pokals der Saison 2017/2018 nicht treffen können. Mit Jahn Regensburg bekamen die Lilien einen ambitionierten Aufsteiger zugelost. Zweitligaaufsteiger empfängt Erstligaabsteiger. Sicherlich keine leichte Partie, bei der es auch eine Rolle spielen wird, ob die Vereine den Pokalwettbewerb als Chance oder Belastung einstufen.

Erinnern wir uns zurück, an die 70er und 80er Jahre, als unser Sportverein von 1898 etabliertes Mitglied des Profifußballs war. Damals sah man den Wettbewerb oft genug eher als unnötige, zusätzliche Belastung an. Bis in das Jahr 1987 sollte es dauern, bis die Lilien ihren bisher größten Erfolg im DFB-Pokal feiern konnten. Sie zogen bis ins Viertelfinale ein, das nach hitzigen 88 Minuten von Bernd Kastel zu Gunsten des gastierenden HSV entschieden wurde. Ansonsten gab es bis dahin vornehmlich Erst und Zweitrundenpleiten.

Erst nachdem man in der Saison 93/94 für lange Zeit letztmalig als Profiverein für die erste Runde gesetzt war setzte ein Umdenken ein. Von nun an musste man sich mit der Tour über die Äcker Hessens bis ins (bestenfalls) Landespokalfinale kämpfen. So kam es, dass die Lilien erst zur Saison 99/00 sich als HFV-Pokalsieger wieder in einem Lostopf zum DFB-Pokal wieder fanden. Klar, dass nach der Abstinenz die Freude groß war, zumal der SV98 damals auf jede Nebeneinnahme angewiesen war. Zugelost wurde dem Regionalligisten Darmstadt 98 übrigens der damals übermächtige Zweitligist Chemnitzer FC. Die Sachsen gewannen vor 5.500 Zuschauern mit 2:4.

Es sollte dann bis in die Saison 01/02 dauern, bis man am Bölle mal wieder für Darmstädter Verhältnisse Pokalgeschichte schrieb. Als Regionalligist schaltete man der Reihe nach den FC St.Pauli (3:1, vor 8.000 Zuschauern) und den SC Freiburg (6:4 n.E, vor 14.200 Zuschauern) aus. Ende des Weges war erst im Achtelfinale, als man im Altehrwürdigen dem FC Schalke denkbar knapp mit 0:1 n.V. unterlag. Offiziell sahen den Kick 25.000 Zuschauer. Wer damals im Stadion war hat für diese Angabe nur ein mildes Lächeln übrig. Selten zuvor war das Stadion am Böllenfalltor derart prall gefüllt, wie damals. Selbst auf der Haupttribüne saßen die Fans auf den Stufen der Zugänge und zur Halbzeit bevölkerten tausende in den Kurven den Innenraum. Nach Spielende eskalierte die Situation in der Südkurve und man kann nur vom sprichwörtlichen Glück reden, dass, außer einem eingerissenen Zaun zum TEC, nicht Nennenswertes geschah und niemand größere Blessuren erleiden musste.

Der Rest der blau-weißen Pokalgeschichte ist schnell erzählt. Bis zur Saison 14/15 konnten sich die Heiner nur viermal qualifizieren. Seitdem sind sie als wieder ins Profifeld Zurückgekehrte festes Bestandteil der ersten Runde.

Die Pokalmeriten der Lilien sind insgesamt übersichtlich und der Weg von wenigen Höhepunkten geprägt. In dieser Saison stellt sich die Frage, wie die Vordenker des Sports den Stellenwert des Wettbewerbs einstufen. Klar freut man sich über jede Mehreinnahme, die das Erreichen der nächsten Runde versüßt. Aber Pokal bedeutet auch eine Doppelbelastung, die einen nicht unmaßgeblichen Einfluss auf eine Saison nehmen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass Torsten Frings derzeit zurecht Verletzungspech beklagen muss. Vielleicht auch deswegen spricht er (noch) nicht vom Wiederaufstieg, der aber die logische Folge wäre, würde die Mannschaft des Trainers Anspruch umsetzen, jedes Spiel gewinnen zu wollen.

Vielleicht nutzt das Trainerteam den Kick auch als Gelegenheit, der zweiten Reihe unter Wettbewerbsbedingungen Einsatzzeiten zu geben. Gelegen käme diese Möglichkeit, denn mehr denn je benötigen die Lilien momentan eine zum Einsatz bereite 1b Formation.

Die Gastgeber aus Regensburg gehen mit einer klareren Rolle ins Spiel. Als Aufsteiger sind sie trotz Heimrecht nicht der absoluten Favorit. Aber sie surfen auf der Welle der Euphorie der gewonnenen Relegation und wer aus der 3.Liga kommt liebäugelt auch mit weiteren Einnahmen durch das Vorrücken in Runde zwei. So lange ist es noch nicht her, dass die gleiche Welle das Bölle und seine Bewohner bis in die Bundesliga spülte.

Sportlich erwischten die Regensburger einen unglücklichen Start in die Saison. Sowohl in Bielefeld (2:1), als auch im Heimspiel gegen den Glubb (0:1) gab der Jahn eigentlich eine gute Figur ab. Trotzdem scheint man zunächst Lehrgeld zahlen zu müssen. So fällt es auch schwer, den Kader einschätzen zu können. Mit Uwe Hesse und Markus Ziereis, die uns am ehesten bekannt sind, stehen zwei ehemalige Lilien im Aufgebot der Oberpfälzer. Beide kamen in dieser Saison aber noch nicht zum Einsatz.

Das wird also eine Wundertüte am Samstag, wenn der SV98 erstmalig im neuen Jahn Stadion aufläuft. Zu jung ist die neue Saison, zu unberechenbar ist der Gegner und mit welchem Personal die Lilien antreten werden steht ebenfalls noch in den Sternen. Nur eins ist gewiss, ein Sieg würde das Ego stärken und die Kasse wäre nicht abgeneigt eine zusätzliche Einnahme verbuchen zu dürfen. Aber das gilt auch für die Oberpfälzer ...

 

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