Mittwoch, 17 Februar 2016

B gegen Bayern

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Auswärtsspiel Bundesliga FC Bayern München Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 1393

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B gegen Bayern

Zum leichtesten und somit wahrscheinlich langweiligsten Spiel der Saison fahren die Lilien ohne fünf Stammspieler. Ein wahrer Gelb-Tsunami überspülte letzten Samstag "zufällig" die rudimentären Rasenreste am Böllenfalltor. "Dummerweise" erwischte die gelbe Flut ausgerechnet jene Spieler, die vorbelastet waren und nun zum zuschauen verdammt sind. Jerome Gondorf, Marcel Heller, Aytac Sulu. Peter Niemeyer und Kocka Rausch müssen in München mit dem Sünderbänkchen Vorlieb nehmen. Wie ungeschickt das Schicksal manchmal sein kann, vier der fünf gelben Karten wurden binnen der letzten 6 Minuten eingefahren. Kocka Rausch musste sich sogar für seinen Platz auf der Tribüne einwechseln lassen. Natürlich heult die Konkurrenz wie ein waidwundes Tier auf und schreit das Wort "Wettbewerbsverzerrung" in den Medienwald hinein. Aber, ist es das tatsächlich?

Der SV98 wehrt sich berechtigt gegen den Vorwurf, sich die Sperren mit Absicht abgeholt zu haben. Es ist auch nicht vorstellbar, dass Dirk Schuster seinen Profis eine entsprechende Anweisung gegeben hat. Denn dann hätte er zu einem Spielstil aufgerufen, der die Grenzen des Erlaubten überschreitet. Würde er das tun? An die Grenzen gehen, ja – aber mehr traut man auch einem ehemals gefürchteten Defender nicht zu. Kann sich die Konkurrenz also beruhigen? Gerade in Bremen, dem Gegner nach dem Bayern Spiel, ist die Skepsis groß. Wahrscheinlich hatte man an der Weser darauf gehofft, dass das "Rookieteam" SV98 sich in München die ein oder andere Sperre abholt, weil man heroisch versucht der Übermacht zu trotzen. Entspricht solch ein Kalkül dem Gedanken des Fairplay? Wobei man nicht falsch liegt, wenn man feststellt, dass das so hoch propagierte Fairplay zum alibihaften Feigenblatt der Fußballindustrie verkommen ist. Wo erleben wir denn noch echtes Fairplay? Und warum sollten wir es erleben? Der Sport der Beletage ist ein knallharter Verdrängungswettbewerb, der sich streng am Darwinismus orientiert. Groß frisst klein, stark schlägt schwach, naiv wird von clever über den Tisch gezogen. Und alle beklatschen diesen Mechanismus. Die Liga belohnt ihn sogar noch mit höherer TV Geld Beteiligung, da jeder bessere Tabellenplatz mehr wert ist. Hätten sich die Lilien die Sperren nicht abgeholt, wären bei manch einem Konkurrenten im Trainerzimmer die Lachtränen geflossen. Man hätte sich über die Naivität gefreut, so, wie man sich über den tollpatschigen Dorftrottel im Mittelalter freute. Ganz sicher hat Dirk Schuster keine Order ausgegeben, aber die Spieler der Lilien sind durch und durch Profis. Sie werden ob der Brisanz der drohenden Sperren gewusst haben. Sie haben im Vergleich zu anderen Spielen gegen Leverkusen halt nicht zurückgezogen, um einer Bestrafung aus dem Weg zu gehen. Sie haben das branchenübliche Risiko nicht gescheut, weil sie wussten, dass das nächste Spiel von geringer bis gar keiner Bedeutung für die Mission Klassenerhalt ist. Dabei muss hervorgehoben werden, dass durchweg keine der Karten das Resultat grober, gesundheitsgefährdender Aktionen gegen den Kontrahenten war. Man muss also den Spielern der Lilien Cleverness und profihaftes Verhalten attestieren. Ein Sport, bei dem mit unter Einsatz teuerster Technik Millimeter genau nachgemessen wird, ob ein Tor auch ein solches ist, oder bei dem erwogen wird, den Videobeweis auch während des Spiels zur Anwendung zu bringen, der muss es auch verkraften können, das Profis die Regeln kennen und zu ihrem Vorteil ausnutzen. So kommt es, dass der vielleicht bekannteste Trainer der Welt sich nun mit Benjamin Gorka, Yannick Stark oder Sandro Sirigu beschäftigen muss. Ohne die Uffstiechshelden abwerten zu wollen, aber über sie dürfte in der Datenbank des Kosmopoliten weniger Verwertbares gespeichert sein, als über globetrottende Kicker, die gerne mal Katars Petrodollars unter ihm in einer vielleicht nicht allzu fernen Zukunft verdienen wollen. Der Kader der Lilien, oder besser der des B-Teams, könnte also ein Schlüssel sein, um die übermächtigen Bayern ärgern zu können. Denn, machen wir uns nichts vor, mehr als diese Weltauswahl ärgern zu wollen, um dann zu schauen, was Ende zu Buche steht, kann seriöserweise nicht auf der blau-weißen Agenda stehen. Der Abstand der Lilien zu einem Gegner kann kaum größer sein, als der zur vielleicht besten Mannschaft der Welt. Alle Rahmenbedingungen machen den Kick zum leichtesten (Was haben die Lilien zu verlieren?) und wahrscheinlich langweiligsten Spiel der Saison (Wer erwartet schon ein hin und her wogendes Spiel?). Aber, wer weiß, Darmstadts B-Team hat nichts, aber auch gar nichts zu verlieren und kann von daher so befreit aufspielen, wie kaum ein Team zuvor. Und sollte sich einer der Boys in blue daran erinnern, dass es mal einen gewissen Uwe Hahn gab, der einfach mal drauf gehalten hat und dem Sportverein so einen Punkt sicherte und sich zum Torschützen des Monats ballerte, dann kann auch mal ein befreites, unerwartetes Überraschungsergebnis herausspringen. Das würde auch zur blendenden Auswärtsbilanz des Aufsteigers passen. Hier sind nur zwei Teams bisher besser, Dortmund und eben die Bayern. Vielleicht wird der Kick doch nicht so eindeutig, wie man im Vorfeld meinen möchte...

  

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