Sonntag, 28 Februar 2016

Auswärts Nimbus gewahrt

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags Auswärtsspiel Bundesliga Saison 2015-2016 SV Darmstadt 98 SV Werder Bremen, Aufrufe: 1358

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Auswärts Nimbus gewahrt

Es bleibt dabei, auf fremden Plätzen nähren die Lilien die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Auch wenn am Weserstrand am Ende nur das Minimalziel auf der Habenseite verbucht werden konnte. Was der Punkt wert ist, werden die nächste Wochen zeigen. Für den Moment aber konnte ein direkter Konkurrent auf Abstand gehalten werden. Macht es dabei Mut, dass die Heiner über weite Strecken kein gutes Spiel ablieferten? So einige liefen ihrer Normalform hinterher, trotzdem musste man sich den alles in die Waagschale werfenden Werderanern nicht beugen.

Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn Sandro Wagner (13.), Kocka Rausch (22.) oder Jerome Gondorf (25.) ihr Großchancen verwertet hätten? Oder wenn zumindest eine dieser Großchancen die Führung beschert hätte? Verdient wäre es gewesen. Zwischen der 10. und 30. Minute spielte Schusters Kollektiv guten Fußball, war dominant und bestimmte das Spiel. Fast im Stile einer Heimmannschaft steckte blau-weiß dem Gastgeber die Grenzen ab. In diesen zwanzig Minuten widersprach der SV98 auch vehement dem gängigen Vorurteil, ausschließlich eine rustikale Spielführung im Repertoire zu haben. Sicherlich ist die Basis des schusterschen Systems die Beherrschung rudimentärer Tugenden. Aber gegen einen gepflegten Ball hat auch der Vordenker der Lilien nichts einzuwenden. Aber stets getreu dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Warum aber diese über die Saison erarbeitete und gewachsene Qualität in Bremen nur ein knappes Viertel der Spielzeit zum Tragen kam? Lag es am vermeidbaren Führungstreffer der Bremer in der 33. Minute, der aus dem sprichwörtlichen Nichts fiel? Lies sich das blau-weiße Ensemble derart beeindrucken? Es lohnt, den Treffer etwas näher zu beleuchten, denn er zeigt eine Schwachstelle im derzeitigen Mannschaftsgefüge auf: Die Außenverteidigerposition(en). In der 32.Minute wurde Werder ein Einwurf 25 Meter tief in der Hälfte der Lilien zugesprochen. Der Einwurf landet im Rücken Jungwirths, kurz vor der Auslinie bei Junuzovic, der ungehindert flanken kann. Slobodan Rajkovic versucht zwar noch per Kopf zu klären, der Ball kommt aber zum sträflich freien Yatabare, der wiederum wenig Mühe hat Ujah per Kopf zu bedienen. Dass dieser ebenfalls Zeit und Platz hat, den Ball anzunehmen und aus der Drehung zu versenken, ist Beleg für die Unordnung, die als Folge in der Innenverteidigung herrschte. Captain Sulu war rausgerückt, um Florian Jungwirth zu doppeln, griff aber nicht beherzt ein. Aber auch der linke AV, Luca Caldirola, war nicht beim Gegenspieler, der in diesem Fall Yatabare gewesen wäre. Stattdessen zog es ihn auf die erlernte Position im Zentrum, dort aber lies er dem späteren Torschützen zu viel Raum. Der letzte der defensiven Recken, versuchte zwar noch den Ball zu klären, schlug aber ein Luftloch, was dazu führte, dass er in der Folge mit (gelinde gesagt) etwas Wut im Bauch spielte. Aus der Schilderung ist ersichtlich, dass ein Fehler, der durchaus mal passieren kann, auf den Außenpositionen zu Chaos in der Mitte führte. Keiner im Abwehrverband bewies in dieser Szene Übersicht. Unwillkürlich drängt sich die Frage auf, wie gelernte Außenverteidiger in dieser Szene (re)agiert hätten. Hätte Junuzovich derart unbedrängt flanken können und hätte Yatabare zu dieser ungedeckten Freiheit gefunden? Der Treffer zeigte Wirkung. Das angeknackste Bremer Selbstvertrauen stabilisierte sich merklich, dafür wirkte das der Lilien ebenso merklich angegriffen. Vorbei war es mit der Spielkontrolle und den reihenweise herausgespielten Torchancen. Das Spiel wurde offener, wie man so schön sagt. Glücklicherweise hatten die Lilien noch einen Geistesblitz vor dem Halbzeitpfiff. Jan Rosenthal spitzelte den Ball herrlich auf Sandro Wagner, der alleine vor Werders Goalie Wiedwald auftauchte. Der ehemalige F-Stadt Torwart wusste sich nicht anders zu helfen, als Wagner von den Füßen zu holen. Na ja, er berührte Wagner am Knöchel. Sandro Wagner –ganz Profi – nahm das Angebot dankend an und fiel etwas theatralisch. Zumindest blieb Schiri Hartmann keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden. Den der gefoulte selbst ausführte, was zum zweiten Teil der Wagner-Aufführung führte. Die aufreizende Art, mit der er den Strafstoß verwandelte, nennen die einen selbstbewusst, die anderen arrogant. Wenn ein Spieler einen Elfmeter auf diese Art gegen die Lilien ausführte, wären ihm die Antipathien für zumindest die laufenden 90 Minuten gewiss. Wie dem auch sei, wer scored hat Recht! Und Wagners Treffer hielt den Sportverein im Spiel. Alles andere wäre auch angesichts des Chancenplus der Lilien ein schlechter Witz gewesen. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt. Denn der zweite Durchgang sah komplett anders aus. Werder brachte nun alles Verfügbare an spielerischen und kämpferischen Mitteln auf den Rasen. Minutenlang wurde in der Hälfte der Lilien jeder Zentimeter Spielfläche zum Kriegsgebiet. "So sieht Abstiegskampf aus" pflegen Kommentatoren zu solchen Spielen anzumerken. Klar ersichtlich war, Werder versuchte die Stilmittel der Heiner zu kopieren und durch zusätzliche spielerische Mittel das Geschehen zu ihrem Vorteil zu drehen. Marcel Heller wurde dabei glatt abgemeldet, Jan Rosenthal, Jerome Gondorf und Peter Niemeyer egalisiert und als Stationen für Entlastungsangriffe aus dem Spiel genommen. Dass das Unentschieden lange Bestand hatte ist der Innenverteidigung und einem starken Christian Mathenia zu verdanken. Eine Chance bot sich Schusters Team noch und die wurde genutzt, durch Aytac Sulu, der nach Meinung der Bremer zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen. In der 78. Minute kam der Captain gegen Ujah zu spät und räumte ihn gelbwürdig ab. Da Sulu bereits vorbelastet war, forderte ganz Bremen den Lilien Leader per Ampelkarte aus dem Spiel zu nehmen. Aber der Referee hatte wohl Mitleid mit dem Captain, der sich selbst bei der Szene schmerzlich verletzte. Zumindest sah es glaubhaft so aus. Nur vier Minuten später war er nämlich, gänlich schmerzbefreit, zur Stelle und köpfte eine Kempe Freistoß zur vielumjubelten Führung in die Maschen. Ein Treffer, der aus grün-weißer Sicht niemals legitim war. Dafür sieht der blau-weiße Anhang den Bremer Ausgleichstreffer durch Pizarro (89.) als ebenfalls nicht legitim an. Denn die Szene, die zur Ecke führte, die dem Treffer vorausging, hätte wegen Abseitsstellung abgepfiffen werden müssen. Unter dem Strich, zwei fragwürdige Entscheidungen, die sich am Ende aufheben. Ähnlich, wie sich die Leistungen beider Teams über die 90 Minuten egalisierten. Eigentlich müsste man am Böllenfalltor mit dem Punkt gut leben können. Wäre da nicht das Wissen, dass die Lilien es besser können - zumindest besser, als sie es in Bremen zeigten. Ungewohnte Konzentrationsfehler und eine selten gesehene unforced Error Quote der Boys in blue standen dem dritten Erfolg im vierten Auswärtsspiel des Jahres entgegen. Für den Moment stabilisiert der Punkt den Abstand zu den Abstiegsplätzen. Wie viel er perspektivisch wert ist, zeigen die nächste Spiele. Mit Dortmund (H), Mainz (A), Augsburg (H) und Wolfsburg (A) stehen einige hohe Hürden an. Kein Zweifel, die Saison biegt langsam aber sicher in die entscheidende Phase ein...

 

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