Mittwoch, 14 Februar 2018

Almtraum oder Albtraum

Geschrieben von: Joshi, Kategorie: SV98 Aktuell, Tags 2_Bundesliga Arminia Bielefeld Auswärtsspiel Saison 2017-2018 SV Darmstadt 98, Aufrufe: 595

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Almtraum oder Albtraum

Fast vier Jahre ist es her, dass die Bielefelder Alm für und durch ca. 2.500 südhessische Unentwegte zu einem magischen Ort befördert wurde. Jener Abend, der gerne auf Elton Da Cotas Kracher in der 120.Minute reduziert wird, beendete 21 Jahre im fuballerischen Exil. Plötzlich waren die Lilien wieder in der „alten Heimat“, der zweithöchsten Liga, deren Mitglied sie seit 1945 für 41 Jahre waren. Nun kehrt der SV98 als Bundesligaabsteiger erstmals wieder zurück an die Stätte des Triumphs. Auch dieses Mal geht es um die 2.Liga, aber nun in einer Mission, die quasi als fast lebenserhaltend bezeichnet werden kann.

Den Lilien des Jahrgangs 17/18 geht es derzeit nämlich sportlich nicht gerade berauschend. Bei einem maladen Patienten würde man den Zustand als „den Umständen entsprechend“ bezeichnen. Der Virus, den sich das Team in der Frühphase der Saison einfing, scheint noch nicht besiegt, trotz Frischzellenkur in Form neuer Spieler und therapeutischer Trainingsmaßnahmen durch den neuen (alten) Chefcoach Dirk Schuster. Aber, man kann es nicht oft genug betonen, Schuster ist kein Wunderheiler und eine ernste Krankheit verabschiedet sich nicht über Nacht. Nicht selten beansprucht die Rekonvaleszenz ebenso lange wie die Krankheit selbst. Im Falle des Sportvereins gilt, hoffentlich ohne Einberechnung der Inkubationszeit, denn Zeit hat man am Bölle derzeit nicht im Überfluss.

13 (in Worten: dreizehn) Spiele, inkl. des Wiederholungsspiels gegen Kaiserslautern, bleiben noch, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Selbst auf eine möglichst hohe Platzierung im Klassement zu schielen, um im TV-Geld-Ranking nicht zu schmerzhaft abzustürzen, verbietet sich derzeit. Überlebenskampf pur, nichts anderes. Angesichts der zu Beginn der Saison mehr als guten Voraussetzungen kommt das Zwischenfazit einem sportlichen Offenbarungseid nahe. Dabei wird gerne übersehen, dass der Absturz bereits in der zweiten Erstligasaison begann, als man sich fast kampflos dem Schicksal Abstieg ergab. Die Quote der personellen Fehlgriffe, ob auf der Trainerbank oder dem Pitch, waren für einen Verein, wie den SV98, einfach zu hoch und nur schwer zu verkraften. Es bleibt inständig zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Vereinsführung erkennen, dass die Misere einer kritischen Aufarbeitung bedarf, egal in welcher Liga wir uns nächste Saison wiederfinden.

Damit dies idealerweise weiterhin in der 2.Liga geschehen kann, muss das Team am besten schon in Bielefeld punkten und zwar dreifach. Leider haben die wenig überzeugenden Auftritte gegen Duisburg und in Bochum dazu geführt, dass man verlorenen Boden gutmachen muss. Was dafür nötig ist? Die hochbegabten Kicker müssen ihre Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft stellen und sie müssen als eine solche auftreten. Letzteres ist ein Manko dieser Saison, zu selten trat das spielende Personal als geschlossene Einheit auf. Zu oft standen elf mit sich selbst beschäftigte Spieler auf dem Platz. Klappt das, klappt es auch mit dem nötigen Support der Fans. In Darmstadt will man sehen und spüren, dass da, auf dem Platz welche sind, die sich den Allerwertesten aufreißen. Auch wenn man „selbst“ am Bölle feinen Fußball goutiert, gibt es kaum etwas was der Lilienfan mehr hasst, als das Gefühl, dass einer hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, weil er nicht alles in die Waagschale wirft.

Allerdings muss die Fangemeinde auch akzeptieren, dass sich die Mannschaft derzeit zwischen den Welten befindet. Die eine Welt ist die Stilistik des gescheiterten Torsten Frings, die andere die des neuen (alten) Vordenkers. Zudem müssen neue Spieler integriert werden. Das alles im laufenden Spielbetrieb, die Winterpause war diese Saison nun mal sehr kurz, vielleicht zu kurz, um Schusters System nachhaltig zu verinnerlichen.  

Alles in allem sind die Rahmenbedingungen für das wichtige Spiel nicht als ideal zu bezeichnen. Aber vielleicht kommt der Ausflug auf die „magische“ Alm zur rechten Zeit. Vielleicht lässt sich Schusters Eleven vom Geist von Bielefeld inspirieren. Und vielleicht weckt dieser Geist von Bielefeld positive Emotionen, die im ersehnten Erfolgserlebnis aufgehen. Mal wieder könnte ein Almtraum eine wichtige Wegmarke sein...       

 

 

 

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